Julius Köstlin: Luther, sein Leben und seine Schriften
Viertes Buch: (Fünfte neubearbeitete Auflage, nach des Verfassers Tode fortgesetzt von D. Gustav Kawerau)
Das Jahr auf der Wartburg 1521.
Berlin 1903

Kap. 2: Schriftstellerische Tätigkeig auf der Wartburg

(Bibelübersetzung).


Tilbage til Köstlin, indholdsfortegnelse!

Indhold: Magnifikat und Psalmenauslegung. 444 #1. -- Von der Beichte, 446: #11. -- Kleinere Schriften. 447: #17. -- Polemik gegen Latomus, (#23) Emser, (#30) Pariser Fakultät (#32) und Papst, (#38) 448: -- gegen Albrecht von Mainz 450: #41. -- Beginn der deutschen Kirchenpostille 453: #62. -- Anfang der Bibelübersetzung 457: #82. -- Eigentümlichkeit der Übersetzung Luthers 459. #92.

Tilbage til oversigten!
 
 
 
 
1        Von Schriften, welche Luther auf der Wartburg abfasste, haben wir bereits seine Auslegung des 68. Psalms erwähnt (oben S. 437 = 4,1#17) Stücke aus diesem wurden an Himmelfahrt und Pfingsten (im Jahre 1521 am 9. und 19. Mai) im Gottesdienst gesungen, -- namentlich sein 18. Vers, welchen auch Luther den Hauptvers desselben nennt und speziell auf die grossen Tatsachen dieser Feste bezieht: die Aussage von dem Herrn, der aufgestiegen ist in die Höhe und hat die Gefangenen wiedergebracht und hat Gaben empfangen für die Menschen. So widmete Luther diesem Psalm seine (445) Festzeit und erste Musse auf der Wartburg. Am 26. Mai schickte er sein Manuskript an Melanchthon. (n1
       Sogleich machte er sich, nachdem er die von ihm gewünschten Papiere und Schriften aus Wittenberg erhalten hatte, wieder an das "Magnificat" oder den Lobgesang der Maria, in dessen Bearbeitung für den Prinzen Johann Friedrich er durch die Wormser Reise gestört worden war (oben S. 401f.) und an seine grosse lateinische Erklärung der Psalmen, die ihn schon seit Jahren (oben S. 275 = 3,9#7; 401) beschäftigte und mit der er nun beim 22. Psalme stand. (n2) Das Magnifikat sandte er am 10. Juni fertig an Spalatin, die Erklärung des eben genannten Psalmes schon vorher.   
3        Was Luther über diesen Psalm schrieb, ist das ausführlichste, inhaltreichste, gedankenschwerste Stück jenes ganzen Werkes: hier hatte er von dem Erlöser zu handeln, der die Angst der Gottesverlassenheit für uns bestanden, ja die Hölle verschmeckt und im Leiden auch selbst noch Gehorsam gelernt hat; hier von den Anfechtungen der Christen, denen der Teufel ihren Glauben und ihre Hoffnung angreift, für die aber Christus Tod und Hölle überwunden und alle Leiden heilsam gemacht hat, und die nun an Gottes verborgenen Ratschlüssen nicht mehr verzweifeln, sondern an die durch Christus geschenkte Gottesgerechtigkeit glauben sollen; hier auch von der Leidensgestalt der Kirche unter dem Papsttum, der falschen Philosophie und Theologie und den eiteln Menschensatzungen.  
4  Weiter hat dann Luther jenen Psalmenkommentar nicht fortgesetzt. "Der Papisten Verfolgung jagte mich davon und viel nötige Geschäfte fielen drein", -- so schrieb er später davon; doch habe ja Gott andre Psalmenerklärer wie Bugenhagen erweckt, dessen Kommentar 1524 erschien: die hätten "sein Verhindernis wohl hundertfältig eingebracht". 
5         Die Auslegung jenes Lobgesanges führte er mit derselben besonderen Liebe zu seinem Gegenstand zu Ende, womit er sie vor seiner Reise so schon begonnen hatte, und behielt in ihr nicht minder sein Absehen auf den Fürsten, dem er sie widmete. Bemerkenswert ist bei ihr auch die Stellung, welche Luther damals zu Maria selbst und zu dem für die übliche Kultus einnahm. 
6   Er spricht mit grosser Wärme von der hochgebenedeiten, zarten Gottesmutter, von der hochgelobten Jungfrau, von dem kleinen Mägdlein, das Gott so hoch erhoben habe, und das mit seinem Worte des Glaubens und der Lobpreisung alle Mächtigen kraftlos und alle Weisen zu Narren mache. 
7  Ja, er nimmt noch an, dass sie ohne Sünde gewesen sei, und nach anderen Äusserungen von ihm aus jener Zeit stimmte er gar dem Glauben an eine unbefleckte Empfängnis derselben zu und hielt dafü9r, dass sie Gottes Gebote völlig zu erfüllen vermocht habe. (n7  
8  Allein mit grossem Nachdruck erklärt er, dass gerade auch sie alles, was sie gewesen und geworden sei, nur durch die freie Gnade Gottes ohn' alles eigne Verdienst empfangen habe: so eigne ja gerade sie selber alle Macht, Tat, Weisheit und Ruhm dem einigen Gott in ihrem Gesange zu. Er warnt, dass man nicht gegen ihr eigen Wort ingen Namen zu weit treibe und aus ihr eine Abgöttin mache; nicht sie kann geben und helfen, wie etliche meinten, die mehr zu ihr, denn zu Gott rufen; sie gibt nichts, sondern Gott allein, der da Alles in Allem wirkt. 
9 Und dennoch wünscht er noch im Eingang jener Schrift: "Dieselbige zarte Mutter Gottes wolle mir erwerben den Geist, der solchen ihren Gesang möge nützlich und gründlich auslegen"; und am Schlusse: "das verleihe uns Christus durch Fürbitt seiner lieben Mutter Maria". Im Jahre vorher bemerkte er auch (446) einmal, er pflege auf der Kanzel vor der Predigt ein inniges Ave Maria oder Vaterunser zu sprechen. (n9
10 Derartige Formen des Gebetes verschwinden nachher bei ihm; er bedarf ihrer nicht mehr. Der anderen Weise, Maria gemäss ihrem eignen Willen zu ehren, ist er immer treu geblieben; es ist diejenige, von welcher er in dieser Schrift sagt: "wer sie recht ehren will, muss sie vor Gott und fern unter Gott stellen, ihre Nichtigkeit, wie sie selbst sagt, ansehen, darnach sich wundern der überschwenglichen Gnade Gottes, der ein solch geringes, nichtiges Mensch so reichlich ansiehet und umfähet, dass Du also bewegt werdest, Gott zu lieben und loben in solchen Gnaden, und dadurch gereizt, Dich alles Guten zu solchem Gott zu versehen, und Dein Herz gegen Gott in Glauben, Liebe und Hoffnung gestärkt werde". 
11          Gleich im Beginn seines Wartburgaufenhaltes beschloss ferner Luther, eine neue Belehrung über die Beichte an das Volk ausgehen zu lassen. Längst schon sah er in der herkömmlichen Ohrenbeichte eine Marter für die Gewissen; jetzt aber machten seine Gegner sie gar zu Hauptmittel, gegen die Verbreitung seiner Schriften und seiner Lehre zu inquirieren und durch Versagung des Gnadentrostes von der Gemeinschaft mit ihm abzuschrecken. Der "Unterricht der Beichtkinder", den er vor kurzem, in der Fastenzeit, veröffentlicht hatte (oben S. 394), genügte ihm nicht mehr. So schrieb er "Von der Beichte, ob die der Papst Macht habe zu gebieten". 
12       Er dedizierte das Büchlein, das ursprünglich nur ein Sermon hatte werden sollen, unter dem 1. Juni seinem "besondern Herrn und Patron", Franz von Sickingen. Nachdem er eine Reihe von Bibelsprüchen vorangeschickt hat, um vor Menschenlehre und Menschensatzung überhaupt zu warnen, will er nachweisen, welch schlechten Grund jene Beichte in Gottes Wort und auch in den Schriften der alten Väter habe, -- wie eben auch sie eine unbefugte, trügerische Satzung des Papstes sei. 
13 Er spricht den allgemeinen Grundsatz aus: man dürfe niemand zur Absolution und den Sakramenten nötigen, sowie man auch zum Glauben niemand zwingen solle und könne; und er bestreitet, dass der Papst die Absolution oder göttliche Vergebung in seiner Gewalt habe und man die verdammen dürfe, welche ihre Sünde nicht den Priestern, sondern nur Gott oder wem sie wollen, bekennen. Dann erklärt er die Privatbeichte wohl für ein köstlich und heilsam Ding, dessen man seliglich gebrauchen könne und solle; denn köstlich sei das heilige Kreuz, das die Beichtenden sich auflegen mit williger Selbstanklage, Scham und Demütigung vor dem Nächsten; und ein trefflicher Rückhalt und göttliche Sicherheit werde ihnen zu teil, indem sie zusammen mit dem Nächsten bei Gott Gnade begehren und aus des Nächsten Mund die Vergebung empfangen, kraft der teuren und edeln Verheissungen Gottes, Matth. 18,18-20; Joh. 20,23. 
14 Aber er besteht darauf, dass die Beichte frei bleibe, während der Papst wenigstens einmal im Jahre nach Ostern jeden zu ihr zwingen wolle. Er warnt vor ihrem Gebrauche, soweit einer nicht aus dem Drang des Herzens nach der göttlichen Gnade, sondern nur um des Gebotes willen an ihr teilnehme, ja er rät, gerade in der Osterzeit nicht zu beichten, damit man nicht an Menschengebot sich gewöhne oder davor sich fürchte oder darauf sich verlasse. 
15 Er rät ferner, wenn man einem Priester nicht beichten möge, irgen einem Mann, zu dem man sich Gutes versehe, sich anzuvertrauen und bei ihm Rat und Trost für die Seele zu holen und zu warten, was Gott einem durch ihn sagen (447) wolle; denn die Priester seien zwar solche Leute, zu denen man sich Trosts und Rats in solchen Dingen versehen sollte, aber die Gewalt kitzle sie so sehr, dass fast niemand dies Vertrauen zu ihnen habe; und Christus sage von den Christen insgemein, dass, wenn zwei unter ihnen eins seien in ihrem Begehren, es ihnen vom Vater im Himmel geschehen solle (Matth. 18,19f). Ja er warnt, dass auch niemand einem Priester als Priester, sondern nur als einem gemeinen Bruder und Mitchristen heimlich beichte. 
16        Während diese (am 10. Juni an Spalatin zum Druck abgegangene) Schrift noch unter der Presse war, hatte Luther auch Thesen über demselben Gegenstand, die uns nicht mehr erhalten sind, nach Wittenberg abgeschickt, damit darüber disputiert würde. Der Kurfürst aber hatte diese Disputation verboten -- worauf Luther (am 13. Juli) Melanchthon den charakteristischen Rat gab: "kommt doch immer den Ratschlägen des Hofes zuvor, statt ihnen zu folgen; so habe ich's bisher gemacht; nicht die Hälfte von dem, was geschehen ist, wäre geschehen, wenn ich an jenes Rat mich gebunden hätte". (n16
17        Mit Bezug auf den gleichen Gegenstand veröffentlichte er nachher noch eine ausführliche Predigt über das Evangelium des 14. Sonntags nach Trinitatis, die Geschichte von den zehn Aussätzigen (Luk 17,11-20). 
18       Hier musste er die kühne Deutung der katholischen Theologen abweisen, wonach Christus dadurch, dass er jene geheilten Aussätzigen nach dem Gesetz Mosis zur Besichtigung durch die Priester wies, die am Sündenaussatz leidenden Christen zur priesterlichen Ohrenbeichte verpflichtet sollte. Speziell veranlasst wurde er dazu durch einen Wunsch des Herzogs Johann. Am 17. September schickte er die Predigt handschriftlich an Spalatin, zu Anfang Novembers erschien sie auch im Druck. (1527 wurde sie -- mit Änderungen -- in den Sommerteil der Kirchenpostille aufgenommen.) (n18
19         Eigens für seine Wittenberger Gemeinde schrieb Luther um die Mitte des Sommerhalbjahrs eine Auslegung des 37. Psalms, die am 12. August im Druck fertig wurde. 
20         Dem "armen Häuflein Christi zu Wittenberg" trägt er die Mahnungen Davids vor: man solle sich die Übertäter nicht verdriessen lassen, noch reichlich erschrecken über das Zähneknirschen der Gottlosen; denn Gott lache ihrer und bald würden sie wie Gras abgeschnitten werden. Eine "Trostbriefle" wollte er hiermit henen schicken, welche mit ihm die Marter seines Namens tragen müssten. Doch nur für die Schwachen denen er lieber selbst zuhörte, um von ihnen zu lernen. 
21 Schliesslich bittet er seine Gemeinde um ihre Fürbitte für ihn bei Gott, -- aber nur dazu, dass er "einmal fromm werde". Denn über seine gegenwärtige äussere Lage und Entfernung von ihnen will er sich nicht ein Haar breit -- den Papisten zur Freude und Christo zu Leide -- bekümmern. "Ich bin," sagt er, "von Gottes Gnaden noch so mutig und trotzig als ich je gewesen bin; am Leib hab ich ein kleines Gebrechlein überkommen (vgl oben Seite 438f. = 4.1#24), aber es schadet nicht". (n21
22        Nur ungern setzte Luther neben dieser schriftstellerischen Tätigkeit, welche dem christlichen Volke dienen sollte, die gelehrte theologische Polemik mit scholastischen Gegnern fort. 
23       Es schien ihm doch, wie er schon am 26. Mai Melanchthon schrieb, unerlässlich, jene Schrift des Latomus in Löwen zu beantworten, der es unternommen hatte, die Verurteilung der lutherischen Lehre durch die dortige Fakultät weiter zu begründen (oben S. 400 = 3,17#93). Er klagte, dass schon die Lektüre des breit und schlecht geschriebenen Buches ihn anwidere. Eine eingehende Widerlegung desselben schrieb er dann während der Tage vom 8. - 20. Juni rasch nieder: Rationis Latomianae confutatio. 
24       Gelehrte Literatur, um die Zitate des Latomus aus den älteren Theologen zu kontrollieren, hatte er gar keine bei sich; nur seine Bibel hatte er zur Hand. Mehr meinte er für die Darlegung der Wahrheit auch nicht zu bedürfen; die Evangelien, sagt er, seien klar genug; womit habe man denn die Christen zur Zeit der Märtyrer unterrichtet, da man von der scholastischen Philosophie und Theologie noch nichts gewusst habe? 
25 So erörtert er jetzt mit Schriftstellen die Grundfragen von Sünde und Gnade, für die auch Latomus seinen Widerspruch un dseine scholastischen Theorien aus der heilige Schrift zu beweisen versucht hatte. Und zwar ist daraus eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Ausführungen geworden, die wir überhaupt von Luther über diese Lehre besitzen. Scharf und eindringend hat er hier insbesondere erörtert, was die Schrift überall über Sünde verstehe, wie ferner wahrhafte Sünde auch im Innern der Getauften und Wiedergeborenen noch fortbestehe und auch die besten Werke derselben noch beflecke, obgleich sie den Glaubenden nicht mehr zugerechnet werde und in ihnen nicht mehr herrsche, sondern durch Gottes Geist mehr und mehr abgetötet werde. 
26 Die Begriffsbestimmungen und Lehrsatzungen, welche die kirchlichen Theologen ausgedacht hatten und nach denen sie dann den Sinn der Schrift deuteten, erregten Luthers Unwillen gegen alle Lehrformeln, mit denen man über das einfache Bibelwort hinausgehe. 
27 Latomus hatte darauf sich berufen, dass ja doch die alte Kirche im grossen Streit über die Gottheit Christi und die Dreieinigkeit das entscheidende Wort "Homousie" (Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater) aufgestellt habe, das gleichfalls nicht in der Schrift stehe. 
28 Hiergegen erklärt jetzt Luther: "wenn meine Seele dieses Wort hasst und ich es nicht gebrauchen will, so werde ich darum kein Ketzer sein; denn wer nötigt micht es zu gebrauchen, wenn ich nur die Sache festhalte, welche das Konzil (da Nicänische) nach der Schrift entschieden hat? Man muss über die Lauterkeit der Schrift wachen, damit der Mensch sich nicht anmasse, etwas klarer und sicherer auszusprechen, als Gott es ausgesprochen hat". (latom06#50
29 Das war ein Grundsatz, der die gesamte christliche Theologie und die ganze bisherige Methode kirchliche Lehraufstellungen hätte umwandeln müssen. Au9ch die Reformatoren übrigens haben ihn nicht wirklich durchgeführt; das Interesse der Sache, d. h. die Sicherstellung des von der Schrift gemeinte Inhalts schien doch immer wieder andere, als die einfachen Schriftausdrücke für Bekenntnis und Lehre der Kirche in der Gegenwart zu fordern. (n29
30        Einer Fortsetzung des Streites mit Emser haben wir schon oben (S. 396f = 3.17#73) gedacht. Als Luther die Erwiderung oder "Quadruplica" Emsers gegen seine "Antwort auf Bock Emsers überchristliches Buch" mit (449) vermeintlichen neuen Beweisen für das kirchliche Priestertum zukam, wollte er anfangs Amsdorf mit einer Abweisung derselben beauftragen, falls dieser mit einem solchen Kot sich einlassen solle. 
31 Er selbst machte zunächst nur in seinem Trostschreiben an die Wittenberger auf die Lächerlichkeit der von Emser dort vorgebrachten Schriftgründe aufmerksam. Dann liess er doch noch jenen kurzen sogenannten "Widerspruch seines Irrtums" erscheinen, dessen Inhalt wir des Zusammenhangs wegen schon oben (S. 397 = 3.17#76) angaben. Emsers Entgegnung (im November) liess er ohne Antwort. (n31
32        Endlich hatte jetzt auch die theologische Fakultät zu Paris, diese hochangesehene wissenschaftliche Autorität der mittelalterlichen Kirche und scholastischen Theologie, ihr Urteil über Luther gesprochen. Wohl hatte er einst mit Spannung auf sie hingeblickt, die noch vor wenigen Jahren (vgl. oben S, 218) mit der Appellation an eine künftige, rechtmässige Versammlung der Kirche dem Papst und seinem von ihr verworfenen Konzil entgegengetreten war. 
33 Zu den Ergebnissen der Leipziger Disputation, über welche sie einen richterlichen Spruch fällen sollte, hatte sie bisher geschwiegen (vgl oben S. 252) Unter dem 15. April 1521 sprach sie endlich: sie erklärte eine lange Reihe von Sätzen (104), die sie aus Luthers Schriften zusammenstellte, für giftige, frevelhafte, pestilenzialische Ketzereien. Sein Buch von der Babylonischen Gefangenschaft hatte auch für sie vollends den Ausschlag gegeben: sie verglich es mit dem Alkoran. (paris2#20
34 Gegengründe fand sie nicht für nötig: sie erklärte einfach Satz um Satz für unchristlich, verderblich und meistenteils für eine blosse Erneureung alter, längst verdammter Ketzereien. Bei Luther erregte dies Verfahren bloss noch Verachtung und Hohn. Während Melanchthon eine "Apologie Luthers gegen daas wütende Dekret der Pariser" abfasste, übersetzte er selbst das Dekret samt der Apologie und gab es mit einem Vor- und Nachwort deutsch heraus. 
35        Er erklärte: die Meinung jener Herren habe er schon vorher gewusst und bekämpft; den Grund ihrer Meinung aus der heiligen Schrift hätte er wissen mögen. Sein lieber Philippus habe ihne meisterlich geantwortet, jedoch noch zu sanft sie angerührt und nur mit dem leichten Hobel überlaufen. Wenn er selbst nach Pariser Recht über sie ein Urteil fällen wollte, so wäre es das, dass die Pariser Fakultät vom Scheitel bis zur Ferse voll schneeweissen Aussatzes antichristlicher Ketzerei sei und eine Mutter alles Irrtums in der Christenheit. 
36 Am tiefsten traf Luther seine Gegner dadurch, dass er bemerkte, wie die Pariser in dem grossen Register seiner Ketzereien ja doch seines Artikels vom Papsttum, über welchen er hauptsächlich mit Silvester, Eck, Catharinus u. s. w. gestritten, mit keiner Silbe gedacht hätten (und ebenso nicht des armen elenden Ablasses, über den sich doch der Strent erhoben habe). 
37 So legten sie stillschweigend von dem Gegensatz und Hader Zeugnis ab, der innerhalb des alten, wegen seiner Einheit gerühmten Kirchentums fortbestand. Luther dankte es ihnen übrigens nicht: "der Papst", sagt er, "hat ihnen Leid getan, da wollten sie sich gern (450) an ihm rächen; darum will ich ihr Mitstimmen nicht haben, sie tun's aus keiner Liebe der Wahrheit; ich will mit den Buben unverworren sein, dieihren Herrn in Nöten lassen noch um Gottes willen". (n37
38       Der Papst hatte Luther jetzt auch in seine sogenannte Abendmahlsbulle (Bulla coenae domini) aufgenommen. Sie enthielt eine Zusammenstellung, Verdammung und Verfluchung aller Hauptketzereien und Frevel wider die Kirche aus alter und neuer Zeit; so wurde sie jährlich zur Feier des Gründonnerstag vom Papst mit stattlichen Ceremonien neu publiziert; es sollten so, wie es in ihr hiess, "auf dieses Fest die Waffen der Gerechtigkeit nach Pflicht des apostolischen Amtes geübt werden, um die Reinheit des Glaubens und die Einigkeit der Glieder an dem einen Haupte Christus und an seinem Statthalter zu bewahren". 
39 Seit dem letzten Gründonnerstag also erhielt auch Luther seine Stelle in ihr, hinter den Wiclifiten und Hussiten. Sie wurde ihm auf der Wartburg bekannt. Er gab aber dann (wohl zu Ende des Jahres) auch sie verdeutscht und mit Anmerkungen heraus, als ein Neujahrsgeschenk für den Papst. Den Stil, in welchem er sie beantwortete, zeigt schon der Titel seiner Ausgabe: "Die Bulla vom Abendfressen des allerheiligsten Herrn, des Papstes, dem allerheiligsten römischen Stuhl zum neuen Jahre. Sein Maul ist voll Fluchens, Trügens und Geizes, unter seiner Zunge ist Mühe und Arbeit." 
40       Den zehnten Psalm, welchem die letzten Worte entnommen sind, fügte er ihr mit einer jurzen Auslegung bei, damit man in demselben das Papsttum abegmalt sehe. Den Papst stellte er als Trunkenbold hin, der nach seinem Abendfressen sein Maul getrost in erbärmlichem Küchenlatein auftue und über alle Welt fluche und wüte. (n40
41        Durch die Aussprüche des Papstes und der Pariser Theologen liess sich Luther innerlich nicht mehr viel anfechten; was er ihnen erwiderte, war weniger Ausdruck des Zorns als grober Verachtung. Weit heftiger wurde er erregt, als ihm die Kunde zukam, dass der Erzbischof Albrecht von Mainz in seiner Residenzstadt Halle wieder einen Ablasshandel habe eröffnen lassen. Um nämlich eine neue Geldquelle für die Ausgaben seines üppigen fürstlichen und persönlichen Lebens zu gewinnen, lud er in einer Schrift zur Ausstellung eines grossen und gar wunderbare Dinge enthaltenden Reliquienschatzes in seiner Stadt Halle ein: 
42 überschwenglichen Ablass verhiess er allen, die hierzu andächtig in der Stiftskirche sich einfänden und dabei dem Stift ein Almosen spenden würden. Das wagte der Kirchen- und Reichsfürst, der sich schuld geben musste, durch seinen Ablasshändler Tetzel das ganze jetzt lodernde Feuer gegenüber so vorsichtig sich benahm, den reformatorisch gesinnten, freilich sehr vorsichtigen Capito (oben S. 308) als Rat bei sich hatte und gern von Erasmus weisen Rat und Lob hörte! (451) 
43 Es kam hierzu für Luther, dass der Erzbischof gegen Geistliche, welche heiraten wollten (wovon wir unten weiter zu reden haben), einschritt und einen Priester deshalb gefangen setzte. Und hierbei stand er nicht bloss in dem Rufe, dass er sich ein sehr einträgliches Geschäft daraus mache, den Geistlichen die Erlaubnis zur Annahme von Konkubinen statt von Ehefrauen gegen Geld zu erteilen, sondern er gab sich auch durch sein Verhalten zu seinem eignen Keuschheitsgelübde die ärgsten Blössen. So beschloss denn Luther, mit einer rücksichtslos scharfen Schritt öffentlich ihn zu züchtigen und den neuen Abgötzendienst niederzuschlagen. Er kündigte sie bald nach Anfang Oktober dem Spalatin an und hatte sie zu Ende des Monats fertig. (se sev12a#29
44         Inzwischen war schon am 30. September Capito, der auch jetzt noch Albrecht zur Seite blieb und Gutes von ihm hoffte, persönlich in Wittenberg erschienen und hatte dringend gebeten, seinen Herrn zu schonen. Dann reiste er an den kursächsischen Hof, um auch dort dahin zu wirken, dass dem drohenden Sturme vorgebeugt würde. Der Kurfürst war ohnedies aufs entschiedenste dagegen, dass Luther, den er gegen Kaiser und Reich in seinem Schutze barg, von hier aus verletzend gegen einen der ersten Fürsten des Reiches losbreche. Spalatin erklärte ihm: der Fürste werde nicht dulden, dass etwas gegen den Erzbischof oder zur Störung des öffentlichen Friedens geschrieben werde. 
45 Luther aber erwiderte heftiger und kecker, als er je sonst seinem Fürsten gegenüber sich äusserte: das lasse er sich nicht gefallen, ob auch Spalatin und der Kurfürst und alle Welt drüber zu Grunde gingen; er habe den Papst widerstanden, er werde auch einer Kreatur des Papstes nicht weichen. Am 11. November sandte er Spalatin die Schrift, wie er sie bereits abgefasst hatte, mit dem Ersuchen, sie nur noch Melanchthon zur Durchsicht vorzulegen, und mit der Versicherung, dass er auf ein Abraten Spalatins nicht hören werde. 
46       Weitere merkwürdige Dinge vernahm man indessen wieder in Wittenberg über den Erzbischof, dass er nämlich dem Evangelium sogar sehr günstig sei, und dass man hoffen dürfe, es würden dann auch andere Bischöfe ihm folgen und das päpstliche Netz zerreissen. Jenen ins Gefängnis gesetzten Priester gab er frei. 
47 Er wollte wirklich zum mindesten noch den Ruf eines Mannes von freiem Geist und von offenem Sinn für Besserung der Kirche sich wahren, ja er dachte wohl daran, bei Reformen in der Kirche und im Reich, zu denen die gegenwärtige Entwicklung der Dinge hintreibe, selbst auch eine Rolle zu spielen. Die gegen ihn gerichtete Schrift Luthers hielt Spalatin trotz dessen entschiedenen Willenserklärung bei sich zurück. 
48       Luther aber liess sich nicht Einhalt tun. Nur so viel gab er nach, dass die Herausgabe der Schrift noch verschoben wurde. Dagegen wandte er sich unter dem 1. Dezember direkt mit einem Brief an Albrecht. (452) (se br011221
49       Er redet hier den Erzbischof und Kurfürsten nur als Kurfürstliche Gnaden und daneben im Eingang als hochwürdigsten Herrn an, nicht mehr, wie noch in seinem Brief vom Jahre 1520 (oben S. 295 = 3,10#23), als hochwürdigsten Vater in Christo, dessen ergebensten Sohn er sich nannte, und schrieb ihm nicht mehr lateinisch, sondern sehr gerade und offen deutsch. 
50 Jene beiden Klagenpunkte rückte er ihm also vor: "Es hat itzt Ew. Kurfürstl. Gnaden zu Halle wieder aufgerichtet den Abgott, der die armen einfältigen Christen um Geld und Seele bringet; es denkt vielleicht nun Ew. Kurfürstl. Gnaden, ich sei nun von dem Plan, will nun vor mir sicher sein und durch die Kaiserlige Majestät den Mönch wohl dämpfen. Aber noch soll Ew. Kurfürstl. Gnaden wissen, dass ich will tun, was christliche Liebe fordert, nicht angesehen auch die höllischen Pforten. Begge disse klagepunkter fremfør han således for ham: " Nu har De atter i Halle opstillet denne afgud, der røver de arme enfoldige kristnes penge og sjæle. (Dermed bekender De offentligt, at al den plumpe dadel, som Tetzel har fremført, ikke er hans alene, men biskoppen af Mainz’, der også, uanset min skånsel, vil tillægge ham det alene.) Mulig tænker kurfyrsten, at jeg nu er ude af spillet, og nu er sikker for mig og vil ved den kejserlige majestæt dæmpe munken. Det lader jeg nu stå ved sit værd, men endnu skal Kurfyrsten vide, at jeg vil gøre, hvad kristelig kærlighed kræver, uden at ængste mig for Helvedes porte, endsige ulærde, paver, kardinaler og bisper. 
51 Ist demnach meine untertänige Bitte, Ew. Kurfürstl. Gnaden wollen das arme Volk unverführt und unberaubt lassen, sich einen Bischof, nicht einen Wolf erzeigen. Ew. Kurfürstl. Gnaden wollen eingedenk sein des Anfangs, welch ein greulich Feuer aus dem verachteten Fünklein geworden ist, da alle Welt so sicher davor war und meinte, der einige arme Bettler wäre dem Papst unermesslich zu gering; noch hat Gott das Urteil troffen, dem Papst mit allen den Seinigen übrig genug zu schaffen gegeben, wider aller Welt Meinung das Spiel dahin geführt, dass dem Papst schwerlich wiederzubringen ist; derselbe Gott lebet noch, kann auch die Kunst, einem Kardinal von Mainz zu widerstehen, wenn gleich vier Kaiser ob ihm hielten; denselben, bitte ich, wolle Ew. Kurfürstl. Gnaden nicht versuchen, noch verachten.  Det er derfor min underdanige bøn til Deres Kurfyrstelige Nåde, at Deres Kurfyrstelige Nåde vil lade være med at forføre og røve fra det stakkels folk, og vise sig som en biskop, ikke som en ulv. (Det er noksom bekendt, hvordan aflad er lutter kæltringestreger og snyderi, og hvordan alene Kristus skal prædikes for folket, så Deres Kurfyrstelige Nåde kan ikke bruge uvidenhed som en undskyldning.) Deres Kurfyrstelige Nåde kan nok huske begyndelsen, hvordan en gruelig ild kom frem fra den ringe, foragtede gnist, og hvordan hele verden var ganske sikker på, at denne ene stakkels tiggermunk overfor paven var umådelig ringe (og tog sig ting for, der var ganske umulige). Alligevel fældede Gud dommen, og har givet paven og hele hans slæng nok at se til, og har, imod og over hele verdens mening, ført spillet derhen, at det vil blive svært at få paven på fode igen, (og han har sørget for, at det også dag for dag bliver værre med ham, så man nok kan se Guds gerning i det.) Denne Gud lever endnu, det er der ingen, der skal være i tvivl om, og han forstår sig også på den kunst at modstå en kardinal fra Mainz, om så fire kejsere holdt med ham. (Han har også en særlig lyst til at brække de høje cedere og ydmyge de hovmodige, forstokkede faraoner.) Og jeg beder om, at Deres Kurfyrstelige Nåde ikke vil friste eller foragte denne Gud, (for der er ingen grænser for hans kunst og magt". 
52 Wo nicht der Abgott wird abgetan, muss ich mir das lassen eine dringende Ursach sein, Ew. Kurfürstl. Gnaden wie den Papst öffentlich anzutasten, solchem Vornehmen fröhlich einzureden, allen vorigen Greuel des Tetzel auf den Bischof von Mainz treiben und aller Welt anzeigen den Unterschied zwischen einem Bischof und Wolf.  () Hvis ikke afguden fjernes, må jeg for at forsvare den guddommelige lære og den kristne salighed lade det være mig en nødvendig, tvingende og uundgåelig anledning til offentligt at angribe Deres Kurfyrstelige Nåde såvelsom paven, til frimodigt at gøre indsigelse med et sådant forehavende, til at føre al Tetzels tidligere vanvid over på biskoppen af Mainz og til at vise alverden forskellen mellem en biskop og en ulv. 
53 Zum andern bitte ich, Ew. Kurfürstl. Gnaden wollen sich enthalten und die Priester mit Frieden lassen, die sich, Unkeuschheit zu meiden, in den ehelichen Stand begeben haben oder wollen, nicht sich ein Geschrei aus dem Evangelio erheben, wie fein es den Bischöfen anstünde, dass sie ihre Balken zuvor aus ihren Augen rissen und zuvor ihre Huren von sich trieben, ehe sie fromme Eheweiber von ihren Ehemännern scheideten.  () For det andet beder jeg om, at Deres Kurfyrstelige Nåde vil afstå fra indblanding og lade de præster i fred, som for at undgå ukyskhed er indgået eller vil indgå i ægtestanden, så De ikke berøver dem det, Gud har givet dem. () Deres Kurfyrstelige Nåde bør betænke, at bliver dette ikke standset, så vil der løfte sig et skrig fra evangeliet og man vil sige, hvor smukt det anstod sig for biskopperne først at tage bjælken ud af deres eget øje, og hvor rimeligt det ville være, at biskopperne først driver horerne ud fra deres egne huse, før de skiller fromme ægtehustruer fra deres ægtemænd.
54 Ich bitte, Ew. Kurfürstl. Gnaden wollen sich selbst behüten, mir Raum lassen zu schweigen; mir ist nicht Lust in Ew. Kurfürstl. Gnaden Schande; aber ich und alle Christen sind schuldig an Gottes Ehren zu halten, obgleich alle Welt, geschweige ein armer Mensch, ein Kardinal, drob müsste zu Schanden werden. Hierauf bitte und erwarte ich Ew. Kurfürstl. Gnaden richtige schleunige Antwort innerhalb 14 Tagen, denn nach bestimmten 14 Tagen wird mein Büchlein wider den Abgott zu Halle ausgehen. Gott gebe Ew. Kurfürstl. Gnaden seine Gnade zu rechten Sinn und Willen."  Jeg beder om, at Deres Kurfyrstelige Nådevil tage vare på sig selv og give mig muligheden og lejlighed til at tie. Jeg kan ikke lide og har ikke lyst til, at Deres Kurfyrstelige Nåde kommer i skam og vanære; men jeg er dog skyldig, som alle kristne, til, hvis man ikke holder op med at volde skam og vanære hans sandhed, at holde fast ved Guds ære, om så hele verden, for slet ikke at tale om et sølle menneske, der er kardinal, skulle blive til skamme derved. Herpå beder jeg om og afventer Deres Kurfyrstelige Nådes rigtige og hurtige svar inden 14 dage, for om 14 dage vil min bog imod afguden i Halle blive udgivet. hvis der ikke fremkommer et offentligt svar. () Gud give Deres Kurfyrstelige Nåde sin nåde til at få det rette sind og den rette vilje.
55         Die geforderte Antwort erfolgte unter dem 21. Dezember: ein merkwürdiges Zeugnis dafür, welche eine Macht Luther jetzt für Albrecht geworden war. Also schrieb an ihn der Kardinal, Erzbischof und Kurfürst: (br011221#31
56        "Lieber Herr Doktor, ich hab Euren Brief gelesen und zu Gnaden und allem Guten angenommen, versehe mich aber gänzlich, die Ursach sei längst abgestellt, die Euch zu solchem Schreiben bewegt hat, und will mich, so Gott will, dergestalt halten, als einem frommen geistlichen und christlichen Fürsten zusteht, als weit mir Gott Gnade und Stärke verleiht, darum ich auch treulich bitten und bitten lassen will;  "Kære Hr. Doktor!
     Eders Brev, hvis Dato lyder paa Søndag efter Katherine, har jeg modtaget og læst og antaget med Naade og alt godt, fortrøster mig imidlertid helt til, at Aarsagen forlængst er fjernet, som har bevæget Eder til nævnte Skrivelse. Og jeg vil, om Gud vil, holde og vise mig saaledes, som det tilkommer en from, gejstlig og kristelig Fyrste, saa vidt Gud forlener mig Naade, Styrke og Fornuft, hvorom jeg ogsaa trolig beder og vil lade bede.
57 denn ich von mir selbst nichts vermag, -- weiss wohl, dass ohne die Gnade Gottes nichts Gutes an mir ist und ich sowohl ein stinkender Kot bin als irgend ein anderer, (453) wo nicht mehr. Da habe ich auf Euer Schreiben nicht wollen bergen; denn Euch Gnade und Gutes um Christi willen zu erzeigen, bin ich williger denn willig; brüderliche und christliche Strafe kann ich wohl leiden".  Thi jeg i mig selv magter intet og bekender mig, at jeg trænger til Guds Naade, som jeg da er et stakkels syndigt Menneske, der kan synde og fejle og daglig synder og fejler, det nægter jeg ikke. Jeg ved vel, at uden Guds Naade er (272) der intet godt ved mig, og jeg er saa vel et unyttigt, stinkende Smuds som nogen anden, om ikke mere. Dette har jeg ikke villet tilbageholde som Svar paa Eders Skrivelse i naadig Velvilje, thi til at vise Eder Naade og Godt for Kristi Skyld er jeg villigere end villig. Broderlig og kristelig Straf kan jeg vel taale.
58        Zugleich erhielt Luther ein langes freundschaftliches Schreiben von Capito, der trotz Albrechts neuer Verirrung die Hoffnung, ihn weiter auf den Weg der Wahrheit führen zu können, aufrecht erhalten wollte, dabei von sich selbst bemerkte, dass er der Sache, für welche Luther in offenem, heftigem Kriege liege, in seiner eignen Weise anders dienen wolle, und hierfür besonders auch auf Erasmus' Rat sich berief. 
59        Luther aber liess sich weder durch diesen Brief beschwichtigen noch durch jenen gar zu stolzen Hoffnungen hinreissen. Er fand, dass Albrecht doch nur seine persönliche Sünden bekannt habe, und vermutete, es werde auf Capitos Rat geschehen sein. So machte er denn am 17. Januar 1522 diesem über sein Schreiben sehr ernsten Vorhalt, versicherte ihn, dass er dem Erzbischof, falls es demselben mit Gottes Wort Ernst wäre, sofort voll Freude und mit dem Bekenntnis der eignen persönlichen Unwürdigkeit sich zu Füssen werfen möchte, bedauerte aber, an seiner Aufrichtigkeit zweifeln zu müssen. 
60 Dem Erzbischof selbst wusste er für jetzt nichts zu erwidern, da er eben ungewiss war, ob er bei ihm Lauterkeit zu loben oder Heuchelei zu tadeln hätte. Er überliess es dem Capito, jenem hiervon Kenntnis zu geben. (n60) Die Schrift, die er schon gegen ihn fertig hatte, ist so nie veröffentlicht worden. 
61       Zwei weitere wichtige, zu Luthers reformatorischen Zeugnis und Kampf gehörige Wartburgschriften, über die Gelübde und über die Messe, werden wir wegen ihrer besonderen Anlässe und Beziehungen, erst im nächsten Kapitel besprechen. 
62        Mehr aber als alle die bisher erwähnten Arbeiten und namentlich mehr als alle Streitschriften waren Luthern zwei andere Arbeiten zum Frommen der christlichen Gemeinde angelegen und hielten ihm neben jenen fort und fort beschäftigt. Das ist seine Deutsche Kirchenpostille und seine Übersetzung des Neuen Testaments. Letzere insonderheit ist die köstlichste Frucht seiner unfreiwilligen Musse auf der Wartburg. 
63         Jene lateinische Auslegung der kirchlichen Episteln und Evangelien, welche Luther trotz anhaltender Arbeit erst für die Adventssonntage vollendet hatte (oben S 287 = 3,9#80 und 401 = 3,17#97), war, als er nach Worms reiste, noch im Druck begriffen. Gleich in den ersten Briefen, die er von der Wartburg aus schrieb, sprach er dann die Absicht aus, sich jetzt weiter diesem Werke zu widmen: so in einem Brief an Melanchthon am 14. Mai; schon ein (454) paar Tage vorher hatte er Schurf um Zusendung der bereits gedruckten Bogen gebeten. 
64 Zu demselben Zweck bat er dann auch, man möge ihm aus Wittenberg seine "kürzere Postille" schicken; was wir unter dieser zu verstehen haben, lässt sich nicht mehr feststellen: wohl kürzere Aufzeichnungen, die er von bisherigen eigenen Predigten über die Perikopen sich gemacht, oder auch das Manuskript einer Vorlesung über die evangelischen Perikopen, die er nach einer alten Angabe wohl noch im Januar 1521 begonnen hatte. (Man möchte wohl auch an jene Predigtaufzeichnungen Polianders oben S 277 denken, aber die "kürzere Postille" war nach einer ausdrücklichen Bemerkung Melanchthons von Luthers eigner Hand geschrieben). (n64
65         Jetzt aber war es Luthers Absicht, eine grosse Postille in deutscher Sprache herauszugeben und hierfür auch das schon Gedruckte deutsch umzuarbeiten. Ein Bedürfnis hierfür hatten andere schon so sehr gefühlt, dass sie, noch ehe er selbst seine Absicht ausführen konnte, eine Übersetzung jenes Druckes ohne sein Zutun (und ohne Nennung ihres eignen Namens) veröffentlichten. 
66       Doch diese Zusendungen verspäteten sich, -- wir wissen nicht wodurch; erst am 15. Juli konnte er an Spalatin berichten, dass er sie endlich erhalten habe. Da begann er seine Arbeit an der Postille schon vorher, nämlich mit neuen, deutschen Predigten über die folgende Perikopen, also über die vom Weihnachtsfest an: schon am 10. Juni schrieb er an Spalatin, dass er, während jene Sendung ihm noch nicht zugegangen sei, jetzt schon Eine deutsche Predigt, nämlich die Predigt über die Christfestepistel (Tit. 2,11-15) ausgearbeitet habe. (n66
67 Mit dieser also fing er an und folgte dann ganz der kirchlichen Perikopenreihe Sonntag am Sonntag, jedesmal die Epistelperikopen voranstellend, wie er auch schon bei jenen Adventspredigten der vorher begonnenen lateinischen Postille getan hatte (er stellte nicht, wie in späteren Ausgaben geschehen ist, die Epistelpredigten und die Evangeliepredigten in besonderen Gruppen zusammen). 
68 Die Predigten wurden etwas länger als die lateinischen -- reicher an praktischem und volkstümlichem Inhalt, entsprechend demselben Zwecke, dem auch ihr Deutsch dienen sollte. Er wollte sie in vier Abteilungen erscheinen lassen, damit das Werk nicht zu schwerfällig würde und man es leichter kaufen könnte. Mit den Predigten von Weihnachten bis zum Epiphanienfest war er fertig in der Mitte des September, wie er bemerkte in einer vom 17. September datierten Widmungszuschrift seiner oben (S. 447 = #17) erwähnten Predigt über die Geschichte von den 10 Aussätzigen, das Evangelium vom 14. Trinitatissonntag: er wollte diese, wie er in der Widmung sagt, dem Publikum als eine vorläufige Mitteilung aus seiner Postille übergeben, -- wollte mit ihr "seinen lieben Deutschen die Postillen kredenzen mitten aus dem Fass". (455) 
69 In jener Predigt aufs Epiphanienfest, mit der er den ersten in Druck gegebenen Teil der Postille schloss, benützte er seinen Text Matth. 2,1-12 zu grossen Ausführungen über wahrhaften Gottesdienst, Gelübde, Messe u. s. w.; dieselbe wuchs ihm zu einem grossen lehrhaften Traktat an. Nachdem die Predigten von Weihnachten bis Epiphanien verfasst und nach Wittenberg abgegangen waren, schrieb Luther unter dem Datum des 19. November eine Dedikation der Postille an Graf Albrecht von Mansfeld, dem er sich als dankbares Landeskind erzeigen und das Evangelium anempfehlen wollte, ob derselbe dann auch sich werde "ein wenig Rauchs beissen lassen" und um seines Landeskindes willen werde Schmach leiden müssen. 
70 Und wohl zu gleicher Zeit setzte er einen "kleinen Unterricht" darüber auf, "was man in den Evangelien suchen und gewarten solle", -- nämlich das Eine Evangelium von dem für uns gestorbenen und zum Herrn gesetzten Gottes- und Davidssohn. Dann ging er an seine schon gedruckten lateinischen Predigten auf die Adventssonntage, übersetzte sie aber nicht bloss, wie er anfänglich beabsichtigt hatte, sondern arbeitete sie ganz um gemäss dem Charakter jener deutschen Predigten von Weihnachten bis Epiphanien; wohl erst gegen Ende Februars 1522 wurde er damit fertig. 
71 Auch im Drucke erschienen jene zuerst, wiewohl auch sie erst 1522, nachdem ihnen die Predigt über den 14. nach Trinit. vorausgegangen war; und ihnen war jene Dedikation und jener "Unterricht" vorangestellt, indem der Drucker (Grunenberg) für diese Stücke wohl gleich den ersten Bogen bei dem schon 1521 beginnenden Druck vorbehalten hatte, während dieselben die ganze Postille einleiten sollten. Genauer lässt sich die Zeit fürs Erscheinen der Predigten von Weihnachten bis Epiphanien und der ihnen folgenden nicht mehr bestimmen. 
72         Die Fortsetzung und Vollendung der Postille wurde dann durch Luthers Rückkehr in die Wittenberger Tätigkeit ins unbestimmte hinausgerückt. Die nächsten Jahre brachten nur Drucke einzelner Predigten Luthers und kleine von Buchdruckern veranstaltete Sammlungen solcher Predigten. Erst im Jahre 1525 liess Luther die zusammenhängenden Reihen der Postillpredigten von Epiphanien bis Ostern folgen, zusammengesetzt aus schon Gedrucktem und noch Ungedrucktem: wir werden davon später (Buch 5, Kapitel 5) zu reden haben. (n72)
73        So entstand die erste deutsche Predigtsammlung Luthers, die erste deutsche evangelische Postille. 
74       Hatte er oft bitter darüber geklagt, dass trotz der herkömmlichen biblischen Predigttexte den Gemeinden nicht das Heilswort und die Heilstaten Gottes, sondern eitle und erlogene Legenden, oder willkürliche Allegorien, oder kaltes Geschwätz, oder die dürren Brocken einer gehaltlosen, verkehrten und unverständlichen Schulweisheit vorgetragen würden, so war nun hier eine Auslegung jener Texte gegeben, (456) welche einfach, lauter und gemäss dem sittlich religiösen Bedürfnis schlichter Christen das in ihnen enthaltene Lebenswort darlegen wollte. 
75 Ohne Streben nach rhetorischer Kunst oder dialektischer Form pflegt Luther dem Gang der biblischen Abschnitte nachzugehen, um den Inhalt nach seinem ursprünglichen Sinne den Lesern oder Hörern deutlich und eindringlich zu machen; er tut dies hier noch eingehender und vollständiger als in manchen späteren Predigten, wo er oft mehr auf die Ausführung von Hauptpunkten sich beschränkt. Immer aber richtet sich sein Absehen auf den Grundinhalt  und Zweck der ganzen göttlichen Offenbarung, auf die gute Botschaft oder das Eine Evangelium, welches, wie er in jenem "Unterricht" sagt, in allen evangelischen und apostolischen Büchern ein und dasselbe sei, auf den Einen Christus, den wir vor allem als Geschenk Gottes aufnehmen sollen, und der dann auch zum Exempel für uns werden und uns viele gute Lehren und liebliche, freundliche Mahnungen geben wolle. 
76 Von sogenannten geistlichen Deutungen und allegorischen Ausdeutungen der evangelischen Geschichten finden wir bei ihm auch jetzt noch mitunter auffallend viel; aber sie laufen nur neben und hinter der Ausführung des eigentlichen Schriftsinnes her und wollen nichts darstellen, was nicht schon durch klare, unverblümte Schriftworte feststünde; teilweise sind sie in den nächstfolgenden Ausgaben der Postille ausgelassen. Über die Art, wie er den Stoff mit Rücksicht auf die Leser behandelte, äusserte er später: die Episteln und Evangelien seien hier deutlich und lüstiglich zugerichtet und vorgekäut, wie eine Mutter ihren Kindern den Brei vorkäue. (n76
77 Die Kraft, mit welcher seine Predigten auch heute noch so ergreifend und fesselnd, so erhebend und lieblich ansprechend wirken, verdanken sie der schlichten Kunst, womit er das innerlich gewaltige Gotteswort in klaren Zügen und in markiger, volkstümlicher Sprache unmittelbar an Herz, Gewissen und Verstand der Hörer zu bringen und auf ihr Bedürfnis und Leben zu beziehen weiss, ohne dass er hierfür erst sonderliche gefühlvolle Wendungen oder künstliche Einwirkungen auf die Phantasie oder eine mühsame Gedankenvermittlung oder überraschende Gedankenblitze nötig hätte. 
78 Es ist eine Kunst, welche bei ihm auf originellster Geistesbegabung ruhte; zugleich aber sieht man in ihr die Früchte einer reichen Übung, eines steten aufmerksamen Umganges mit seinen Mitchristen und Mitmenschen und ihren Bedürfnissen, und eines beständigen eignen Lebens und Webens in dem Worte, das er zu predigen hatte. 
79        Auch bei dieser Postille, wie bei der vorher begonnenen lateinischen, dachte Luther wohl zunächst an einen Gebrauch durch die Pastoren, die dem Evangelium sich zuwenden möchten, aber in der Verkündigung desselben noch unerfahren und ungeschickt wären. Ja, er dachte daran, dass sie, wenn sie's nicht besser könnten, geradezu Predigten aus der Postille den Gemeinden vorlesen möchten, und ohne Zweifel ist dies auch häufig geschehen. Die Postille kan jedoch bald auch in die Hände der Gemeindeglieder. So freute sich Luther später, dass jetzt auch die Laien die Episteln und Evangelien reichlich verstehen und auch daheim selbst lesen. 
80 Sein höchster Wunsch aber war, wie er am Schluss jenes ersten Teiles der Postille erklärte, das endlich jeder Christ selber die blosse Schrift und das lautere Gotteswort vor sich nähme und darüber seine eigne und aller Lehrer Auslegung unterginge. "Denn", sagt er, "du siehest aus meinem Geschwätz, wie unvermesslich ungleich Gottes Worte sind gegen aller Menschen Worte, wie gar kein Mensch vermag ein einzig Gotteswort genugsam zu erreichen mit allen seinen Worten; es ist ein unendlich Wort und will mit stillem Geist gefasset und betrachtet sein; -- darum hinein, hinein, liebe Christen! und lasst mein und aller Lehre Auslegen nur ein Gerüst (457) sein zum rechten Bau, dass wir das lautere Gotteswort selbst fassen, schmecken und da bleiben, denn da wohnet Gott allein in Zion. Amen". (n80
81        Bei der grossen Länge, welche viele der Predigten haben, muss man sich erinnern, dass sie nicht ebenso gehalten worden sind. 
         Luther nennt diese Kirchenpostille nachher (i. J. 1528) einmal das allerbeste Buch, das er je gemacht habe; auch die Papisten, sagt er, haben er gerne. (n81
82         Von Luthers Absicht, das Neue Testament zu übersetzen, hören wir ihm zum erstenmal in einem Brief an Lang vom 18. Dezember reden. Er schrieb an diesen: "Die Unsern fordern es"; es mag darauf besonders bei seinen Freunden in Wittenberg die Rede gekommen sein, wo er soeben (vgl. unten) einen kurzen Besuch gemacht hatte. Später sagte er einmal, Melanchthon habe ihn dazu "genötigt". (n82
83        Man besass zwar in Deutschland schon verschiedene Ausgaben einer deutschen Bibelübersetzung. Aber ihnen war nicht der hebräischen und griechischen Grundtext, sondern nur die herkömmliche kirchliche lateinische Übersetzung, die sogenannte Vulgata, zu Grunde gelegt, nach welcher einst auch Luther zuerst das Schriftwort studiert, deren Unzuverlässigkeit er aber hinlänglich kennen gelernt hatte; und ihre Sprache war hart und schwerfällig, in engem Anschluss an die Vulgata; zu den Fehlern der letztern fügten sie durch Missverstand des lateinischen Textes noch neue hinzu. 
84 Es handelte sich daher jetzt um ein doppeltes: darum, dass durch Zurückgeben auf den Grundtext der ursprüngliche Inhalt des Gotteswortes möglichst rein vorgelegt würde, und darum, dass dies in einer Verdeutschung geschähe, in welcher ihn das deutsche Christenvolk wirklich lebendig aufnehmen und geniessen könnte. Viele fühlte dieses Bedürfnis. Lang hatte auch soeben schon mit einem Versuch, es zu befriedigen, den Anfang gemacht: er, der ja schon von früher her als Kenner des Griechischen bekannt war, gab im Sommer 1521 eine Übersetzung des Matthäusevangeliums heraus und wollte weiteres folgen lassen. Luther ermunterte ihn, damit fortzufahren, ja er wünschte, dass jede Stadt einen Dolmetscher der Bibel haben möchte, weil mit diesem einen Buche die Zungen, Hände, Augen, Ohren und Herzen aller Christen ich beschäftigen sollten. (n84
85 Er hegte, wie er später sagt, die Hoffnung, dass diese Beschäftigung mit dem ursprünglichen Gotteswort, der er nun mit seiner eignen Übersetzung dienen wollte, dem vielen Schreiben neuer Bücher Mass und Ziel setzen und auch seine eignen Bücher überflüssig machen werde. Einzelne kleine Stücke der Bibel, die er früher verdeutsch hatte, wie namentlich die Busspsalmen, etliche andere Psalmen und den Lobgesang der Maria, haben wir bereits aufgeführt. (n85
86        Er begann die beabsichtigte Übersetzung der ganzen Bibel mit der ihres wichtigsten Teils, des Neuen Testaments, und betrieb diese Arbeit mit so grossem Eifer neben der weiteren an der Postille, dass er mit ihr (458) noch vor seinem Abgang vor der Wartburg am Anfang des März zum Schlusse kam. 
87         Die Ausgabe des griechischen Textes, welchen er hierzu gebrauchte, war ohne Zweifel derjenige Text, welchen Erasmus -- noch ohne genügenden kritische Vorarbeiten -- i. J. 1519 hatte drucken lassen. Ferner erhielt er im Herbst von dem Strassburger Juristen Gerbel einen Druck des Neuen Testaments zugeschickt, welcher durch diesen veranstaltet, jedoch fast nur ein Abdruck des Erasmischen war; Luther nahm ihn mit Freuden an und erwähnte dankbar, wie er ihn bei seinen Arbeiten gebrauche. (n87) -- 
88 In Luthers Übersetzung sind daher mancherlei Lesarten des griechischen Textes übergegangen, welche man seither nach älteren Handschriften verbessern gelernt hat. Es ist übrigens keine unter ihnen, von der die Frage über irgend eine christliche religiöse Wahrheit abhängig wäre. Der wichtigste unter den neutestamentlichen Sätzen, die nicht zum ursprünglichen Texte gehören und doch auch in unsern deutschen Bibeln sich verbreitet haben, nämlich das Wort von den "drei Zeugen im Himmel" 1 Joh 5,7, ist von Luther selbst nie in seine Übersetzung aufgenommen, sondern erst von späteren unbefugterweise in sie eingefügt worden; Luther liess ihn weg, obgleich er ihn in jener Vulgata bezeugt fand, von der z. B. Joh. Eck behauptete, dass in ihr die Kirche den rechten Text vom heiligen Geist empfangen habe. 
89 Erasmus hatte auf Grund der von ihm benutzten griechischen Handschriften in seinen beiden Ausgaben des Neuen Testamentes 1516 und 1519 die Worte fortgelassen und, von dem Engländer Eduar Lee 1520 darüber angegriffen, unter Berufung auf jene Handschriften und Zeugnisse der Kirchenväter die Fortlassung gerechtfertigt. Vermutlich war Luther diese Aufsehen erregende Kontroverse nicht unbekannt geblieben. (n89
90         Luther nahm seine Arbeit ernst und schwer. Er gestand: jetzt erst sehe er, was Übersetzen heisse; jetzt sei dafür gesorgt, dass er nicht in dem Irrtum sterbe, als wäre er gelehrt gewesen. Die Übersetzung des Alten Testaments vollends erschien ihm zu schwierig, als dass er ohne die Beihilfe von Freunden sie wagen dürfe. Im Januar ging er sogar mit dem Gedanken um, wegen seiner Bibelarbeit insgeheim nach Wittenberg zurückzukehren und dort eine stille Stätte im Hause eines Freundes zu suchen; könne er dort nicht ganz verborgen bleiben, so werde es ja wohl genügen, wenn man wisse, dass er im Verborgenen bleiben wolle; da sollte dann die Freunde alle mitarbeiten: denn es sei ein grosses, würdiges Werk, ein Geschenk fürs gemeine Beste; er hoffe, sie würden ihrem Deutschland eine bessere Übersetzung geben können, als die Lateiner hätten. (n90
91  Für seine Auslegung des neutestamentlichen Texts war er wesentlich auf seine erst seit wenig Jahren gewonnene Kenntnis des Griechischen (vgl oben S. 109. 198) (459) angewiesen. Jene mittelalterliche deutsche Übersetzung hatte er wohl auch zur Hand, wenigstens zeigen einige Stellen seiner deutschen Bibel Anklänge an sie; aber sie konnte vermöge ihres oben bezeichneten Charakters nur sehr wenig Wert für ihn haben. (n91
92             Die Hoffnungen, welche Luther beim vollen Gefühl von der Schwierigkeit seiner Aufgabe hegte, haben sich reichlich erfüllt. Ja wir dürfen sagen: es ist auch seither keinem Volk eine Bibelübersetzung geschenkt worden, die für dasselbe so viel wert wäre wie die lutherische für das deutsche. Unverkennbar ist bei ihr der Mangel an sprachlichen Hilfsmitteln, wiewohl Luther, der selbst erst so spät hebräisch und griechisch lernte, auch in dieser Hinsicht grosses geleistet hat. Aber den Inhalt und Geist des Schriftwortes um ganzen und grossen hat keiner so wie er den Volksgenossen in der Muttersprache wiedergegeben und zum Eigentum gemacht. 
93  Es traf bei ihm, wie bei keinem andern, das Zweifache zusammen, dass er einerseits so ganz eingelebt war in jenen Geist und Inhalt und dazu voll offenen Sinnes für die Hoheit und nicht minder die schlichte Einfalt jenes Wortes, und anderseits vermöge seines Naturells, seiner Kindheitsgeschichte und seiner steten liebende Hingabe an die Bedürfnisse des gemeinen Mannes so ganz eingelebt in die Geistesart seines eignen Volkes, so vertraut mit der eigentümliche Weise, wie es Gefühle, Begriffe und Vorstellungen zum Ausdruck bringt, so voll feiner Wahrnehmungsgabe hierfür und voll eigner innerer Zuneigung zu dieser Art und Weise. 
94         Eben für den Zweck seiner Übersetzung bemühte er sich eigens, diese volkstümliche Redeweise seiner Deutschen zu beobachten. Die Ergebnisse hiervon zeigte er gleich in seiner Übersetzung des Neuen Testaments. Er hat später auch selbst darüber sich ausgesprochen. (n94) Zur Regel machte er sich, dass man, wie er sagt, nicht die Buchstaben in der fremden Sprache fragen dürfe, wie man deutsch reden solle, sondern dass man die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den gemeinen Mann auf dem Markt darum fragten und denselben aufs Maul sehen müsse. 
95  Deshalb verzichtet er oft absichtlich auf buchstäbliche Genauigkeit der Übertragung, gibt dem Ausdruck des Gedankens eine andere Wendung, die dem deutschen Ohr geläufiger klingt, macht kleine Zusätze nach Gewohnheit der deutschen Zunge. So pflegt er z. B. der Anrede "Männer, Brüder" ein "liebe" ("liebe Brüder") beizufügen (Apgsch. 2,14; 22,1; 23,1; Gal 1,11; 4,12): dies scheint ihm im Deutschen der liebreiche Ton der Rede von selber mit sich zu bringen. 
96  Viele haben seiner Übersetzung des Neuen Testaments einen grossen Vorwurf daraus gemacht, dass er in jenen wichtigen Ausspruch des Römerbriefs "wir halten, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke allein durch den Glauben" (Röm 3,28) das "allein", das allerdings (460) im Grundtext nicht steht, eigenmächtig hineingetragen habe. Deshalb sei auch dieses Beispiel hier erwähnt samt der Erklärung, die er dafür gibt: unsere Sprache, sagt er, pflege dieses Wörtlein oder ähnliche da beizusetzen, wo sie von zwei Dingen rede, von denen das eine bejaht, das andere verneint werden solle, und so verhalte sich's ja doch wirklich nach des Apostels Meinung mit der Rechtfertigung durch den Glauben und der durch die Werke. (n96
97        Indem wir übrigens Luther auf die Sprache seines Volkes solche Rücksicht nehmen sehen, müssen wir im Hinblick auf seine Übersetzung zugleich beachten, wie diese Sprache selbst sich seither fortgebildet und verändert hat. Schwerlich wird z. B. heutzutage der bildliche Gebrauch des Wortes "Überfluss" uns noch so unverständlich klingen, wie Luther einmal bemerkt, dass kein Deutscher es verstände, wenn man von einem Überfluss des Herzens oder auch nur vom Überfluss eines Hauses reden wollte, obgleich auch heute noch die Übersetzung des Ausspruches Matth. 12,34: "Wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über" weit volkstümlicher klingen wird als die buchstäblichere, dass "von des Herzens Überfluss" der Mund rede. 
98  Manche Ausdrücke, die Luther nur erst an einzelnen Stellen genau wiederzugeben wagte, sind jetzt gerade durch den Einfluss der Bibelsprache unserm christlichen Volk überhaupt vertraut geworden: so z. B. das Wort "erbauen" im sittlich-religiösen Sinn, wofür Luther oft, ohne Zweifel der leichteren Verständlichkeit wegen, den weniger bezeichnenden Ausdruck "bessern" gesetzt hat. Anderseits werden manche seiner eignen Ausdrücke jetzt schwieriger verstanden oder leicht missverstanden werden. So redet er von Menschen, welche in sittlich-religiösem Sinne feuchtig, d. h. nach dem Grundtext krank, seien (1 Tim 6,4), während er Worte und Lehren noch nicht mit dem Grundtext als "gesunde" zu bezeichnen wagte, sondern dafür "heilsam" setzte (Tit. 2,1. 8). 
99  Als die Jünger bei der Salbung Jesu in Bethanien (Matth 26,8) unwillig fragen, wozu der kostbare Stoff verschleudert werde, übersetzt Luther: "wozu dieser Unrat?" das sollte, wie er selbst sagt, bedeuten: "nein, es ist schade um die Salbe", oder nach buchstäblicher Übertragung: "warum ist diese Verlierung der Salbe geschehen"; schwerlich wird seinen eignen Ausdruck jetzt noch jemand so verstehen. Manche andere Wörter seiner Bibelübersetzung sind seither sogar ganz ausser Brauch gekommen. -- 
100  Ein interessantes Beispiel dafür, wie er einen bisher üblichen Ausdruck, weil er bis dahin unbiblisch verstanden wurde, in seiner Übersetzung von der Wartburg durch einen andern ersetzte und doch später, als er das durch seine Lehre hergestellte richtige Verständnis desselben voraussetzen konnte, in seine Übersetzung wieder aufnahm, haben wir in Matth. 3,2: 4,17: Mark 1,5, wo er zuerst den Ausdruck "tut Busse" vermied und dafür (461) "bessert euch" übersetzte, ohne Zweifel, damit man das Wort nicht von den hergebrachten kirchlichen Leistungen und Strafen verstehe (vgl oben S. 155f), später aber doch jenen Ausdruck anwandte. Dagegen hat er den Ausdruck "Kirche" als Bezeichnung der Gemeinde Kristi nie in seine Bibelübersetzung zugelassen, sondern auch später wie schon auf der Wartburg nur "Gemeine" dafür gesetzt. 
101        Wichtig war auch die Entscheidung, welche Luther für das von ihm gebrauchte Deutsch hinsichtlich der dialektischen Eigentümlichkeiten traf. Es betrifft dies nicht erst seine Bibelübersetzung, sondern auch seine ihr schon vorangegangenen und nachfolgenden eignen deutschen Bücher: er sucht in ihnen allen das gleiche Deutsch zu reden. Gerade für seine Bibel aber war die Wahl der Sprachform von der höchsten Bedeutung, und wiederum war seine Bibelübersetzung vom grössten Einfluss dafür, dass hernach das also geformte Deutsch die herrschende Schriftsprache und Sprache der Gebildeten für uns geworden ist. 
102  Er wollte ein Deutsch gebrauchen, welches schon damals wenigstens in gewissen Kreisen sich als ein gemeingiltiges festgestellt hatte. Er selbst erklärte hierüber in seinen Tischreden: "Ich rede nach der sächsischen Kanzlei, welcher nachfolgen alle Fürsten in Deutschland; alle Reichsstädte, Fürstenhöfe schreiben nach der sächsischen und unseres Fürsten Kanzlei; darum ist's auch die gemeinste deutsche Sprache; Kaiser Maximilian und Kurfürst Friedrich haben im römischen Reich die deutschen Sprachen also in eine gewisse Sprache gezogen". 
103  Die Bildung einer solchen offiziellen Sprachform für Fürsten und Städte hatte schon früher begonnen. Das wichtigste Element in ihr war (neben Einflüssen der bayerisch-österreichischen Mundart) das Obersächsische und Meissnische, namentlich schon durch den Einfluss älterer, hauptsächlich in diesem Dialekte redender Rechtsbücher. Dieses war auch an sich am geeignetsten, zwischen den Oberdeutschen und Niederdeutschen zu vermitteln. 
104  Von der oberdeutschen Sprache bemerkt Luther selbst, sie habe gar breite und harte Laute und viele sogenannte Hiatus; die sächsische, worunter er auch die niedersächsiche und überhaupt niederdeutsche versteht, rede am feinsten und leichtesten, fast mit geschlossenen Lippen. (n104) Jene "gemeine" Sprache aber, die er annahm, hielt eine Mitte ein zwischen der Weichheit der nördlichen Dialekte und zwischen jener Härte. Für den Wortschatz, dessen er besonders für seine Bibelübersetzung bedurfte, bot ihm übrigens eine Sprache, die zunächst wesentlich Kanzleisprache war, natürlich weit nicht das nötige Material dar. 
105  Er war hierfür auf die ihn umgebende Bevölkerung angewiesen, der er "aufs Maul" sah; und das waren Meissner, Obersachen, in Wittenberg schon an die Niedersachsen grenzend. In Hinsicht auf den Satzbau und Stil endlich waren die Vorbilder, welche jene offizielle Sprache gab, geradezu gefährlich; sie ist gerade (462) auch in amtlichen Schriftstücken, die uns in der Reformationsgeschichte begegnen, oft überaus schwerfällig und verwickelt, ein sonderbares Erzeugnis von Barbarei und falscher Kunst. Ihn hat sein gesunder, natürlicher volkstümlicher Sinn und Geschmack vor dieser Gefahr bewahrt; er strebt bei einem kräftigen, gedrungenen Stil durchweg zugleich nach Schlichtheit und Durchsichtigkeit, hat auch in dieser Beziehung im Verlauf seiner deutschen Schriftstellerei noch sehr beachtenswerte Fortschritte gemacht. 
106  Während dagegen die angedeutete Sprachverderbnis in den folgenden Generationen noch zunahm, blieb dann ihr gegenüber das sprechendste und wirksamste Denkmal besserer, echter Volkssprache in seiner Bibelübersetzung bestehen. 
107          Dass ihn seine Arbeit viele und nicht leichte Mühe kostete, hat er, wie wir hörten, selbst bekannt. Wie er noch im Fortgang seiner Beschäftigung mit dem neutestamentlichen Text nach immer besseren Ausdrücken und geläufigeren Wendungen suchte, zeigen uns namentlich auch die vielfachen Unterschiede zwischen seinen deutschen Bibeltexte in seinen auf der Wartburg geschriebenen Postillpredigten und zwischen seiner Übertragung ebenderselben Sätze gleich nachher in seinem Neuen Testament. Mit welcher Anstrengung er seine Arbeit betrieb, beweist ferner ihr rascher Fortgang bis zum Abschluss der Übersetzung. Noch von der Wartburg aus schickte er auch wenigstens einen Teil Spalatin und durch diesen auch Melanchthon zu. Dieser hoffte von ihr auch für die wissenschaftliche Schriftauslegung mehr Gewinn als von vielen Kommentaren. (n107
Videre til koestlin4,3

Noter:

n1:  WA 8,1ff. (EA 39,178ff). Br 2,8 (E 3,162)

n2:  WA 5,598. Steph Roth übersetzte ihn 1525 ins Deutsche, ebd. 5,16. N. Archiv f. sächs. Gesch., 5, 328f.

n7:  EA 15,57f. Op. v. a. 5,416 (WA 8, 56). WA 23,389.

n9:  Br 1,455 (E 2,419) -- Magnificat: WA 7,538ff. (EA 45, 211ff). Br 2,16 (E. 3,171). -- Zum Datum gegen Kolde (Anal. 34) E 3,210. 214.

n16:  WA 8, 129ff (EA 27,318ff. 41,92ff). Br 2, 6. 13f. 16. 41 (E3, 154, 171. 217). CR 1, 442. Als Anhang zur Schrift von der Beichte gab L. eine Übersetzung des 119. (oder, wie er ihn nach der Vulgata zählt, 118.) Psalms, auf den er sich im Eingang berufen hat, mit kuirzen Anmerkungen und mit der Aufschrift: "Der 118. Psalm nützlich zu beten für das Wort Gottes zu erheben wider den grossen Feind desselben, den Papst und Menschenlehre". -- Br. 2,25 (E3, 195) Zu Luthers Anschauungen über die Beichte vgl. E. Fischer, Zur Gesch. der evang. Beichte. I, Leipzig, 1902.

n18:  WA 8, 336ff (EA 16,257. vgl. 14, 42) Br 2,53f. 55ff. 90 (E 3, 234, 240). CR 1, 455. 487.

n21:  Br 2,60ff. 6,635. WA 8, 204ff.

n29:  WA 8,36ff. (Op. v. a. 5, 395ff.) Br 2, 16f. 20f. 42 (E3, 171, 168ff. 218) Exc. 16 Lösche Anal. 44: "Unus Latomus ist der feinste scriptor contra me; reliqui omnes, ut Erasmus, fuerunt ranae". Schl. 431.

n31:  Br 2,22. 26 (Er, 189. 196). WA 8,235ff 241ff (EA 27, 308ff); Clemen, Joh. Pupper v. Goch, 1896, 283ff. Kawerau, Emser 38.

n37:  CR 1, 366ff. 397ff. Br 2, 22. 30. 40. 54. 90. (E3, 189. 200. 215. 235. 240). WA 8, 255f. (EA 27,379ff.) Vgl W. Köhler in Beil. z. Allgem. Zeit. 1900 nr 213f.

n40.  WA 8, 688ff. (EA 24, 166ff).

n60:  Br 2, 59. 90. 94. 109ff. 112ff. WW 19,661f. Br 2, 124f, 128ff, (E3 237.240. 246f. 252f. 251. 272. 277. 279ff). E3, 259ff, 265f. C1, 136. Wolters, D. Abgott zu Halle 1876. Seidem. Schnorrs Archiv 1875 S. 269ff. Krafft 35ff. Baum, Capito etc 63ff. CR 1, 463. 465. 477. 486. 492. Jäger, Carlstadt 235. -- Oben habe ich nur einen Brief L.s an Albrecht vom "Sonntag nach d. Tag Catharniä", d. h. v. 1 Dez. erwähnt (Br 2,112ff. E3 251f.) Albrecht aber sagt in seiner Antwort: "ich hab Euren Brief, welches Datum steht am Tag Catharinä", (= 25. Nov.) empfangen". Nach einer Br 6,37 mitgeteilte Angabe soll auch eine vormals in Dresden befindliche Abschrift eines Briefes L.s an Albrecht wirklich auch an diesen Tage einen (uns verlorenen) Brief an Albrecht geschrieben. Allein L. hatte am 11. Nov. (Br 2, 94. E3,246) seine Schrift wider den Abgott zu Halle an Spal. geschickt, erfuhr erst zu Ende Nov. (Br 2, 109, E 3, 252), dass dieser sie zurückbehalten, und bestand dann bald nach dem 1. Dez. darauf, dass wenigstens sein Brief an Albrecht abgehe. Er kann dennoch damals nicht zwei Briefe an Albr. angefertigt haben. Ebenso kennt Albr. in seinem Brief vom 21. Dez. (E3,266) nur Einen vorangegangenen Brief L.s. Der angebliche Brief v. 25. Nov. u. der v. 1. Dez. sind sicher identisch und nur darüber könnte gestritten werden, welches das ursprüngliche Datum ist; vgl E3 251f.

n64:  Vgl hierzu und zo folgenden: Bossert StKr 1897, 271ff; v. Dommer Lutherdrucke 155ff. Br 2 6ff. 3 (E3, 150. 154; S. 453 l. Z. irrig als an Melanchthon, statt an Spalatin gerichtet angeführt). Br 2,16 (E3, 171f). CR 1, 417. (Mit den errationes oder den postilla Br 2,8. 16; E3, 162. 171 kann die brevior post CR 1, 417 keinenfalls, wie Förstem. dort vermutet, identisch sein). -- Studentenbrief vom 13. Jan. 1521 evangelia secundum tempora dominicalia praelegere statim aggressurus est. Mel. paed. 113.

n66:  Br 2, 16 (E3, 171), zu lesen ist hier: epistolam unam (nicht meam) vernaculam, vgl. Bossert a. a. O. 283.

n72:  Br 2, 16. 22. 33. 44. 59. 96. 105. (E3, 171. 190. 204. 28. 220. 248f. 250.) EA 7 Einleigung. CR 1, 565. -- Auf dem Titel der ältesten Ausgaben (EA7, XXIXX, v. Dommer 155) heisst es: Predigten bis auf den Sonntag nach Epiph.; dies ist aber exclusive zu verstehen. -- Zum Verständnis des Widmungsbriefs vom 19. Nov. 1521 vgl. Bossert ZKG 17, 245ff.

n76:  EA 7,19.

n80:  EA 22,238. 7,19f. 10. 481f.

n81:  EA 30,148.

n82:  Br 2, 115f. (E3,256) Niederer 1,251. C3, 197f. Farr. 104: Phil. Melanchthon cogit me ad N. Testamenti versionen; vgl. TR 4.,709.

n84:  Zur mittelalterl. deutschen Bibel f. bes. W. Walther, Die deutsch. Bibelübersetzungen d. Mittelalters 1889ff. Zu Lang: Örgel, Beitr. z. Gesch. d. Ers. Hum. 129. Kuhn, Verhältnis der Dezember- zur Septemberbibel 1901, 50ff. der die Benutzung der Arbeit Langs durch Luther nachweist. (Es sei auch hingewiesen auf eine in Wolfenbüttel aufbewahrte handschriftliche Übersetzung der Evangelien aus dem Griechischen von Florian Federer, angefertigt 1521 u. 1522, auf die Dr. Milchsack mich aufmerksam gemacht hat. Kw.)

 n85:  Zu Luthers Bibelübersetzung vgl. die reiche Literatur in RE3, 3, 70ff.

n87:  Br 2,90. 6,498. (E3, 241). E. Reuss, Bibl. N. Test. Graeci 30f.

n89  Vgl. E2, 352. Bludau in Katholiki 1902, 2, 25ff.

n90 Br 2, 123. 169f. 128. (E3, 271. 277)

n91:  Vgl bes. W. Walther, L.s Bibelübersetzung kein Plagiat. Erl. 1891. Biltz, Beiträge z. Gesch. d. deutschen Sprache u. Liter. Berl. 1891. S. 125ff.

n94  EA 65,104ff. 37,254ff.

n96:  Vgl W. Walther, Luthers Glaubensgewissheit, Halle 1892 S. 91ff.

n104:  TR 4, 569. 671. C1 378.

n107   Br 2, 176 (E3, 325) CR 1, 563. 565.