Julius Köstlin: Luther, sein Leben und seine Schriften
Drittes Buch:
Das reformatorische Werk und der fortschreitende Kampf, vom Ablassbrief 1517 bis zum Wormser Reichstag 1521.
Eberfeld 1883

Kap. 7: Die Leipziger Disputation


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Inhalt: Fehde Ecks und Carlstadts 247 #4 -- Thesen Ecks für die Leipziger Disputation 248 #6 -- Herausforderung Luthers 249 #10 -- Luthers Gegenthesen 250 #15 -- Streit mit Düngersheim und Hoogstraten 251 #18 -- Luthers "Resolutionen zur These über das Papsttum 253 #30 -- Verhandlungen über die Disputation 255 #38 -- Einzug in Leipzig 256 #45 -- Vorverhandlungen 257 #50 -- Eröffnung am 27. Juni 1519 #56 -- Disputation Ecks und Carlstadts 259 #62 -- Predigt Luthers am 29. Juni 260 #66 -- Luther gegen Eck vom 4. bis 8. Juli 261 #71 -- Der päpstliche Primat 263 #82 -- Die Fehlbarkeit der Konzilien 264 #90 -- Fegfeuer, Ablass, Busse 267 #103 -- Schluss der Disputation 268 #107.
 
1             Durch diejenige Vereinbarung, welche Miltitz mit Luther in Altenburg erreicht hatte, war Luthers Sache noch in keiner Weise -- auch nicht einmal dem Scheine nach -- beigelegt: es war ja erst alles noch auf das Urteil des deutschen Bischofs hinausgeschoben, vor dessen Richterstuhl sie gebracht werden sollte, und überdies hatte man noch gar keine Gewähr dafür, dass er Papst mit jener Vereinbarungen einverstanden sei und einem etwaigen milden, vermittelnden Ausspruch dieses Bischofs zustimmen werde. 
2 So viel übrigens mochte man, wenn man die Schärfe und Tiefe der wach gerufenen Gegensätze noch nicht wahrnahm, damals immerhin wünschen und hoffen, dass schon ein längeres Schweigen der Kämpfer, zu welchem Luther sich bereit finden liess, die erregten Gemüter mehr und mehr beschwichtigen und am End auch noch einen definitiven Frieden auf Grund einer gegenseitigen stillen Duldung und eines Abthuns der groben praktischen Ärgernisse möglich machen werde. Luther selbst äusserte noch gegen das Ende seiner Laufbahn: wenn der Papst gleich beim Ausbruch des Streits, anstatt ihn ungehört zu verdammen, den Weg des Miltitz eingeschlagen hätte, so wäre es wohl zu keinem so mächtigen Tumult gekommen. 
3         Da war es Eck, der ihn, während die Verhandlung mit Miltitz fortliefen, wieder auf den Kampfplatz rief. Und unversehens nahm der (248) Streit eben jetzt seine schärfste Wendung: er richtete sich direkt auf die Autorität des Papsttums, ja des äussern Kirchentums überhaupt, und führte Luther hierüber zu ebenso offenen und bestimmten, wie öffentlich lauten und jede Vermittlung abschneidenden Erklärungen. (n248
4            Die Fehde mitEck, welche Luthers Freund Carlstadt schon während Luthers Heidelberger Reise begonnen hatte, war seither in Streitschriften fortgesetzt worden. Die beiden Gegner aber, beide von einem hohen, eiteln Selbstgefühl erfüllt, begehrten darnach, sich in einer öffentlichen Disputation mit einander zu messen. Luther, welcher den Eck im Oktober 1518 zu Augsburg traf, sprach dort mit ihm in Carlstadts Namen darüber. Die Wittenberger luden den Eck anfänglich zu einer Disputation bei ihrer Universität ein; Eck, der schon früher auch auf auswärtigen Universitäten, in Bologna und Wien, als Disputator geglänzt zu haben sich rühmte, schlug ihnen keine geringeren als die zu Köln, Paris und Rom vor. In Augsburg wurde Erfurt oder Leipzig verabredet. 
5   Nach Ecks Wunsch einigte man sich endlich über Leipzig, obgleich unter den dortigen Professoren bei deren altgläubigen Theologie und ihrer Eifersucht auf das Emporblühen Wittenbergs die durch Carlstadt vertretene Richtung nichts weniger als eine freundliche Aufnahme zu erwarten hatte. Eck und Carlstadt richteten zu Anfang Dezember 1518 ein Gesuch an die Leipziger Fakultät, ihnen die Abhaltung der Disputation bei ihr zu gestatten. Von einer Beteiligung Luthers an derselben war keine Rede. Er hatte zwar sein Anerbieten, seine angeblich ketzerischen Sätze in einer Disputation zu rechtfertigen, soeben vor Cajetan wiederholt, war jedoch davon abgestanden, da dieser nichts davon hören wollte (n248a
6        Eck beeilte sich hierauf, noch ehe er von Leipzig eine Antwort hatte, einen Zettel mit 12 Thesen für die Disputation zu veröffentlichen. Er liess sie unter dem 29. Dezember drucken und schickte sie auch Luthern zu. Dieser erhielt sie so erst nach seiner Zusammenkunft uind seinen ersten Vereinbarungen mit Miltitz. 
7           In diesen gegen Carlstadt gerichteten Sätzen aber sah nun Luther vielmehr überall sich selbst angegriffen, wie denn auch Eck bei Zusendung derselben an den Salzburger Erzbischof diesem schrieb, er wolle mit ihnen gegen "Luthers Vorfechter" disputieren. 
8         Die Frage über die Quellen und Normen des christlichen Glaubens, welche von Carlstadt bestimmt und ausdrücklich, wie noch nicht von Luther, vorangestelle worden war, wurde in ihnen nicht berührt. Sie bezogen sich nicht einmal auf die Hauptlehren der neuen augustinischen Theologie von der Gnade und dem freien Willen, für welche gerade Carlstadt schon vor den Ablassstreit und dann wieder gegen Eck als Vorkämpfer sich erhoben hatte. Erst nachher fügte Eck hierüber eine weitere These (der Reihenfolge nach (249) als siebente) ein: er behauptete, sie nur in der Eile anfänglich vergessen zu haben. Vielmehr wandten sich die ursprünglich elf ersten thesen gegen Luthers (jetzt allerdings auch von Carlstadt angenommene) Erklärungen über die Busse, den Ablass, den Schatz der Kirch, das Fegfeuer. 
9 Und die zwölfte, später dreizehnte These sprach endlich aus: "Wir leugnen, dass die römische Kirche vor den Zeiten Sylvesters (Papst in den Jahren 314-355), während des nicänischen Konzils) nicht über den andern Kirchen gestanden habe; sondern wir haben denjenigen, welcher den Stuhl Petri einnahm, für den Nachfolger Petri und den allgemeinen Nachfolger Christi jederzeit erkannt". (T-ecklut#14). 
10         Diese letzte These erinnert uns an eine Äusserung, welche Luther in seinen "Resolutionen" v. J. 1518 (s. oben S. 197 = 3.2#110) -- jedoch nur beiläufig -- gethan hatte, indem er von der Zeit der ersten sechs Jahrhunderte sprach, wo die römische Kirche wenigstens den griechischen gegenüber jene Stellung noch nicht innegehabt habe. (res05#56) Eben dasselbe hatte er sodann in seiner Ausgabe der Augsburger Verhandlungen wiederholt: dort behauptete er, die morgenländischen Christen der ersten achthundert Jahre haben nicht unter dem Papst gestanden und dennoch der Kirche Christi zugehört. (act-a02#27) Er hatte übrigens in keiner seiner Schriften eigens von dieser Frage gehandelt. 
11 Nur mündlich, wohl auf dem Katheder, scheint er sie weiter zur Sprache gebracht und hierbei mit seiner Ansicht vom späteren Ursprung der römischen Oberhoheit besonders auf die Satzungen des nicänischen, ersten ökumenischen Konzils sich gestützt zu haben, welches den Papst keine solche allgemeinge Oberhoheit zuerkannt, sondern die Patriarchen von Alexandria und Antiochia mit ihrer kirchlichen Gewalt über die ihnen untergebenen Bischöfe neben jenen gestellt hat. 
12 Carlstadt dagegen war bei diesen Behauptungen Luthers gar nicht beteiligt. Er wurde im Gegenteil sehr ängstlich, als Luther gegen Eck kühn und entschlossen den Streit über diesen Punkt aufnahm. Er wollte überhaupt nicht gegen das Papsttum, sondern nur gegen die Scholastiker streiten. Es scheint ihn dabei auch eine Besorgnis wegen einer Pfründe angewandelt zu haben, welche er an der unmittelbar unter päpstlicher Gerichtsbarkeit stehenden Wittenberger Stiftskirche inne hatte. Möglich dass Eck, indem er ihn zu Äusserungen über diese gefährliche These provocierte, ihn hierdurch für die ganze Disputation einschüchtern wollte. Jedenfalls aber musste Luther durch sie ganz sich selbst getroffen und unabweisbar zum eignen Eintritt in den Kampf herausgefordert finden. (n249
13 Entrüstet über dieses Verfahren Ecks richtete Luther -- zu Ende Januar oder Anfang Februar -- ein Schreiben an Carlstadt, welches er auch an die Öffentlichkeit gelangen liess. Auf ihn selbst, sagt er, lasse jetzt Eck seine Frösche oder Fliegen los, deren Angriff er dem Carlstadt verheissen habe. Aus schnöder Schmeichelei gegen den Papst ziehe er so ihn wieder ins Spiel. So möge er denn das Schwert um seine mächtigen Hüften gürten (250) und Gelegenheit nehmen, nach den Siegen in Pannonien (d. H. in Wien), in der Lombardei (Bologna) und in Bayern, deren er hisher sich rühme auch noch als sächsischer Triumphator begrüsst zu werden. -- 
14c Eck selbst schrieb auch, noch ehe er von diesen Brief Kenntnis hatte, an Luther, indem er ihm den 27. Juni als Termin der Disputation ankündigte: da Carlstadt Luthers Vorkämpfer, Luther aber die Hauptperson sei, welche jene falschen Lehren ausgesät habe, so zieme es sich für ihn, gleichfalls zu erscheinen und das Seinige zu verteidigen. -- Das Versprechen, fernerhin zu schweigen, welches Luther dem Miltitz erteilt hatte, konnte ihn hier nicht mehr zurückhalten: hatte er es doch nur unter der Bedingung gegeben, dass auch die Gegner innehielten. (n250
15       Eck veröffentlichte unter dem Datum des 14. März eine Entgegnung gegen jenen Brief Luthers an Carlstadt, der er seine, jetzt auf die Zahl dreizehn gebrachten Thesen beigab. Luther antwortete hierauf sogleich wieder und stellte nun dreizehn Gegenthesen auf. Eck hatte dort geflissentlich einen bescheiden klingenden Ton angenommen und gegen Luther bemerkt, er hätte unter der Kutte mehr Nüchternheit und Mässigung erwartet. Luther dagegen will jetzt, dass in dieser Sache niemand mehr Geduld von ihm erwarte und verflucht den Ruhm der gottlosen Milde, mit der einst Israels König (1 kong 20) den Fürsten Syriens, den Feind Israels, geschont habe; er wünscht sich vielmehr, jetzt recht stark zu sein im Beissen, ja im Verschlingen der Cajetane und Ecke. (t-ecklut#47
16 cDen durch Eck wiederholten Vorwurf, dass er "alte Asche (nämlich den Hussitismus) neu anfachen wolle", weist er als eine Verdächtigung ab, aus der man sehen könne, was von Ecks scheinbarer Mässigung zu halten sei. Auch versichert er, dass er die ehrwürdige Übereinsstimmung so vieler gläubigen Christen im Abendland über die römische Monarchie keineswegs verachte. Aber jenes letzten, auf sie bezüglichen These Ecks stellt er jetzt als seine eigene dreizehnte These den Satz entgegen: "Dass die römische Kirche über allen anderen stehe, wird bewiesen aus den frostigsten, innerhalb der letzten 400 Jahre aufgekommenen päpstlichen Dekreten, gegen welche zeugt die beglaubigte Geschichte von 1100 Jahren, der Text der heiligen Schrift und das Dekret des nicänischen Konzils, des heiligsten unter allen". So schritt er in diesem Punkt jetzt kühn noch über seine früheren Aussagen hinaus. (n250a) (t-ecklut#28)
17        Die Lehre von der Gnade und dem freien Willen sollte dem Carlstadt für die Disputation verbleiben. Die Verteidigung seiner Sätze gegen die Buss- und Ablasstheorie und seiner Behauptung über den päpstlichen Primat übernahm Luther selbst. Die letztere musste der grosse Hauptgegenstand für die Disputation werden. 
18         Schon hatte mit Bezug auf diese Frage inzwischen auch der Leipziger Professor Hieronymus Düngersheim von Ochsenfart sich an (251) Luther herangemacht. Er richtete an Luther einen langen Brief, worin er dem Nicäner Konzil, an welches Luther dem Vernehmen nach "mordicus" sich anklammere, mit Berufung auf angebliche alte Zeugnisse, welche längst auch von anderen Papisten vorgebracht worden waren, einer historischen Kritik aber keineswegs Stich halten, bereits die Anerkennung jener allgemeinen Oberhoheit Roms unterzuscheiden suchte. Luther liess sich anfangs auf einen Briefwechsel darüber mit ihm ein, verwies ihn aber, während Düngersheims Briefe bereits zu förmlichen Streitschriften anwuchsen, für das weitere auf die Streitverhandlung mit Eck. (n251
19        Auch zu einem Ausfall des Ketzerrichters Hoogstragen, den wir aus den Reuchlinschen Streit kennen, und einer kurzen, scharfen öffentlichen Entgegnung Luthers gab seine dreizehnte These Anlass, ohne dass wir indessen die Data hierfür bestimmt bezeichnen könnten (denn das überlieferte Datum v. J. 1518 ist eben wegen der Beziehung auf diese These unmöglich). Hoogstraten hatte in einer Vorrede zu einer noch auf jenen Streit bezüglichen Schrift ihm vorgeworfen, dass er mit derselben die Päpste zu Ketzern mache, und den Papst Leo zum blutigen Strafgericht wider ihn aufgerufen. Luther fertigte ihn ebenso als unlogischen Esel wie als einen blutdürftigen Feind der Wahrheit ab. (n251a
20        Was das Gewicht dieses Streitpunktes anbelangt, so war zwar Luther, wie wir in seinem "Unterricht auf etlich Artikel" hörten, der Ansicht, dass Sätze über die Ausdehnung der kirchlichen Obergewalt gar nicht zu dem für die Christengemeinde nötigen Glaubensinhalt gehören. Und auch in betreff des Streites, welchen er jetzt über den Ursprung der päpstlichen Gewalt im Kreise der gelehrten Theologen durchfechten wollte, äusserte er anfangs noch, der Gegensatz zwischen ihm und seinen eifernden Gegnern sei ja nicht so gross; auch er belasse ja den Papst im Besitze jener Obergewalt und fordere, dass man im Gehorsam gegen Gottes Ordnungen auch ihr sich willig unterwerfe. Man hätte so meinen können, es handle sich um eine blosse historische Frage. 
21         Allein wir mussten schon oben, als wir der neuen Auffassung Luthers vom geschichtlichen Ursprunge des päpstlichen Primats zum ersten Mal begegneten, die tiefgreifende Bedeutung bemerken, welche ihr in Wahrheit allerdings für den ganzen christlichen Glauben und für die praktische Stellung des Christen zur Kirche zukam. So bemerkte doch auch Luther selbst dem Düngersheim gegenüber sogleich, dass es sich bei jener historischen Frage um die Frage nach dem "göttlichen Recht" der päpstlichen Herrschaft handle; 
22 und wenn sie kraft "göttlichen Rechtes" bestand, d. h. wenn sie nicht etwa bloss wie weltliche Monarchien im Lauf einer unter Gottes Leistung stehenden menschlich geschichtlichen Entwicklung der Kirche aufgekommen, sondern direkt vom himmlischen Herrn der Kirche eingesetzt und zu einem Grundbestandteil (252) der Kirche Christi gemacht war, so musste auch jeder echte Christ hieran glauben und musste bei einem Bruch mit ihr ohne weiteres auch von der Gemeinschaft des Leibes Christi sich ausgeschlossen wissen; dagegen war bei Luthers Auffassung denkbar, dass diese Gewalt die ihr zeitlich verliehene Autorität durch eigne Schuld wieder verscherze und das echte Christen, gerade indem sie von ihr verstossen werden, dennoch durch Festhalten an den ewigen Grundlagen der Kirche und durch die Gemeinschaft des Geistes, des Glaubens, der Liebe u. s. w. Glieder der wahrhaften Gemeinde Christi verbleiben. 
23 Für die Frage aber, ob der päpstlichen Hoheit jenes göttliche Recht zuzuerkennen oder abzusprechen sei, hatten nun auch solche scheinbar nur vereinzelte geschichtliche Momente, wie die Äusserung des nicänischen Konzils, schon eine durchschlagende Beweiskraft. Denn, schreibt Luther an Düngersheim, was göttlichen Rechtes ist, das darf in keinem Jahrhundert, in keinem Augenblick eine Unterbrechung leiden; göttliches Recht muss schlechthin, ganz und immer gelten. Hatte das heiligste, von Gottes Geist erleuchtete Konzil keine Kenntnis von jener Obergewalt Roms, so konnte ihr demnach göttliches Recht nicht zukommen. Ähnlich stützte sich Luther auf Kirchenväter wie Cyprian, Athanasius, Augustin, Hieronymus u. s. w., bei welchen ihr gleichfalls ein solches Recht nicht zuerkannt werde: sie müssten, sagt er, wenn man es dennoch behaupte, zu Ketzern werden. 
24        So hat denn Luther jetzt auch mit grosser und steigender innerer Wärme und Erregung auf diesen, ihm aufgedrungenen Gegenstand der Disputation sich geworfen. Und weiter bekam er nun gegenüber den verneinenden Zeugnissen der heiligen Schrift und der alten katholischen Kirche, auf welche er sich stütze, mit den zahlreichen  und schon bis in die Zeit jener Kirchenväter hinaufreichenden Dekrete der Päpste selbst zu thun, welche jene Gewalt mit dem Anspruch auf göttliches Recht und auf eine unmittelbare Verleihung durch Christus sich beimassen, die Schrift hiernach deuteten, es auch in die Aussagen des Konzils und der Väter hineintrugen. 
25        Eben unter dieser Beschäftigung mit dem Papsttum, seinem Ursprung, seiner Geschichte, seinem Recht und seiner Anmassune, wozu Eck ihn getrieben hatte, erwachte nun in ihm erst recht ein Geist der Entrüstung und des Kampfseifers gegen dasselbe. Wiederholt äusserte er jetzt Freunden: sein bisheriger Handel komme ihm nur wie ein Spiel vor; jetzt erst hebe der Ernst an; er müsse endlich offen gegen die römischen Schlangen, gegen die päpstliche Tyrannei und Trügerei losziehen. 
26 "Der Herr", sagt er, "zieht mich und ich folge nicht ungern". Wie er schon früher (s. oben S. 237 = 3.6#18) gegen Link die Ahnung ausgesprochen hatte, dass in Rom der Antichrist herrsche, so schreibt er jetzt an Spalatin: "Ich gehe die Dekrete der Päpste für meine Disputationen durch, und bin -- ich sage Dir's ins Ohr -- ungewiss, ob der Papst der Antichrist selbst sei oder ein Apostel (253) des Antichrist; so elendiglich wird Christus, d. h. die Wahrheit, von ihm in den Dekreten gekreuzigt". 
27 cEr schrieb dies am 13. März, also zehn Tage nach dem Datum seines Briefes an Papst Leo. Noch immer übrigens dachte er von diesem wenigstens in betreff seines persönlichen Charakters besseres; so meint er gleich darauf in einem Brief an den Kurfürsten wieder, dass der Name des milderen und besseren Leo von Betrügern missbraucht und geschändet sei. Es war dies nicht Doppelzüngigkeit bei Luther, sondern wir sehen bei ihm selbst peinliches inneres Schwanken, indem er den Ahnungen und Einsichten, die sich ihm furchtbar aufdrängen, doch lieber so lang als möglich noch ausweichen möchte. (n253
28        Seinen nächsten Freunden ward bange, als sie ihn so vorangehen sahen. Wir haben dies bereits in betreff Carlstadts bemerkt. Auch den Spalatin und andere musste er beschwichtigen. 
29         Gar zu keck, ja ganz unhaltbar erschien namentlich auch die geschichtliche Behauptung seiner 13. These, dass die Gegner¨ihren Beweis für die allgemeine Herrschaft des Papstes erst aus den Dekreten der vier letzten Jahrhunderte führen könnten. Er erklärte aber dem Spalatin näher, wie er sie durchzuführen gedenke; man werde ihm mit höhnischem Geschrei die Satzungen vorhalten, in welchen die Päpste freilich seit mehr als 1000 Jahren ihr angebliches Recht geltend gemacht haben; er hingegen werde zeigen, dass doch erst durch die seit 400 Jahren entstandenen Dekretensammlungen jene Ansprüche zu einer allgemeinen Anerkennung in der Kirche gelangt seien undso erst die römische Tyrannei festgestellt worden sei. (n253a
30          Mit seiner eignen Beweisführung wollte er seine Gegner anfangs erst im Laufe der Disputation überraschen. Dann trug er jedoch seine Argumente noch vor derselben in gedruckten eingehenden "Resolutionen" über jene These öffentlich vor. (n253b
31        Hier erörterte er vor allem das Zeugnis der heiligen Schrift, auf welches die These sich bezog. Die Schlüsselgewalt, sagt er, welche dort Jesus dem Petrus übertragen habe, sei nicht diesem allein, sondern den Jüngern insgesamt, ja der ganzen Gemeinde der Gläubigen vom Herrn zugeteilt worden. Und eben diese gläubige, im Glauben an Christus geheiligte Gemeinde ist ihm nun die "katholische Kirche", ohne dass zum Wesen dieser Kirch ein menschliches Haupt neben dem himmlischen gehören würde, dessen Glieder die Gläubigen seien; so sage auch das Glaubensbekenntnis: "ich glaube eine heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen". (r13-01#67
32 Schliesslich erklärt er: "ich weiss nicht, ob es der christliche Glaube dulden könne, dass auf Erden ein anderes Haupt der allgemeinen Kirche ausser Christus aufgestellt werde". Nicht einen Vorrang der Gewalt, sondern nur einen Vorrang der Ehre findet er in der heiligen Schrift für Petrus, als (254) dessen Nachfolger er dann die römischen Bischöfe noch immer gelten lässt. Daneben bestreitet er bereits auch in betreff der Bischöfe, dass ihre Stellung über den andern geistlichen Hirten der Gemeinde oder den im Neuen Testament sogenannten Presbytern schon durch die heilige Schrift verordnet und hiermit göttlichen Rechtes sei; er fand, dass noch der Kirchenvater Hieronymus an die ursprüngliche Gleichheit beider erinnerte. (r13-05#17). 
33 Die gesamte abendländische Christenheit meinte bis dahin eine christliche Kirche nur im Verbande der bischöflichen Hierarchie mit dem Papst an der Spitze finden zu können. Luther dagegen stellte seine Auffassung von der Kirche eigentlichem Wesen, die wir schon früher, z. B. in seinen Äusserungen über den Bann, hervortreten sahen, jetzt frisch, entschieden und bündig auch zum Behuf öffentlicher Disputation jener entgegen: die Kirche und alle ihre geistliche Güter sind nicht bloss bei Rom, sondern überall, wo die eine Taufe, das Gotteswort, die Sakramente, der Glaube, die Liebe, die Hoffnung sind; wo Gottes Wort gepredigt und geglaubt wird, da ist der wahre Glaube, dieser Fels, welchen die Pforten der Hölle nicht erschüttern, -- wo der Glaube, da die Kirche, -- wo die Kirche, da die Braut Christi, -- wo die Braut, da alles was dem Bräutigam gehört. (r13-03#44
34        Er wiederholt ferner seine Berufung auf das nicänische Konzil, sowie auf jene alten Väter und auf die alten asiatischen, griechischen, afrikanischen Gemeinden, welche der Gewalt des Papstes sich nicht unterworfen wussten. Und er fügte nun bei: man dürfe auch für die Gegenwart nicht leugnen, dass im Morgenland wirkliche Christen seien, obgleich ihre Bischöfe nicht vom Papst eingesetzt werden. 
35          Dagegen sucht er hinsichtlich jener alten päpstliche Dekrete, die man ihm entgegenhalten mochte, zu zeigen, wie schlecht sie ihre Anmassungen begründen. Eine päpstliche Autorität, die ihn in seiner Kritik binden könnte, kennt er eben nicht. Aus Anlass der Erklärung eines Papstes, wonach gar "die Reicht der irdischen zugleich und himmlischen Herrschaft" dem Petrus übertragen sein sollten, ruft er aus: "Ist's nicht aller Thränen wert, dass man uns zwingen will, dies nicht bloss zu lesen, sondern auch wie ein orakel zu glauben, und zwar zwingen bei Gefahr des Feuertodes? und da träumen wir noch von einem guten Zustand der Kirche und erkennen nicht den Antichrist mitten im Tempel!" (r13-03#14
36         So rüstete sich Luther zum öffentlichen Zweikampf mit Eck, während zu gleicher Zeit Miltitz seine Friedensversuche fortsetzte und eine Vernehmung Luthers durch den Trierer Erzbischof vorbereitete. 
37        Luther entschuldigte sich darüber gegen seinen Kurfürsten, indem er auf jene Bedingung seines Schweigens hinwies, dass auch der Widerpart schweigen müsste; jetzt, sagt er, greife ihn Eck unerwartet also an, dass es nicht bloss auf seine, sondern auf der ganzen Wittenberger Universität (255) Unehre abgesehen sei; man dürfe nicht ihm das Maul zubinden und jedem andern aufthun. Auch gab er dem Miltitz selbst die Disputation, welche er ohne Schande für sich, seine Freunde, seinen Landesherrn, seinen Orden und seine Universität nicht ablehnen könne, mit als einen Hinderungsgrund an, weshalb er jener Einladung nach Koblenz nicht folgen könne. (n255
38         Wir hören auch nicht, dass von dieser Sache bei ihm eine Einsprache erhoben worden wäre. Wohl aber machten die Leipziger Theologen unerwartete, lange Schwierigkeiten dagegen, dass bei ihnen die Disputation statthaben sollte, ja Luther hätte noch bis auf den letzten Augenblick Bedenken tragen können, dort zu erscheinen. Sie wollten, so sehr sie ohne Zweifel mit Ecks Angriff einverstanden waren, doch nicht selber mit dem gefährlichen Streit zu thun bekommen. 
39 Schon in Dezember, noch ehe Luthers persönliche Beteiligung an der Disputation zu erwarten war, hatten sie das Gesuch Ecks und Carlstadts, bei ihnen disputieren zu dürfen, abgelehnt, während Eck bei jener ersten Veröffentlichung seiner Thesen voreilig schon Leipzig als den Ort der Disputation bezeichnete: sie begründeten in einem Vortrag bei ihrem Landesherrn, dem Herzog Georg von Sachsen, die Weigerung damit, dass die Disputation einen neuen Lärm  machen, und wollten Eck an die mit Luthers Sache beauftragten päpstlichen Kommissäre verwiesen haben. 
40 Nicht minder verwahrte sich Bischof Adolf von Merseburg, der Kanzler der Leipziger Universität dagegen, dass die Disputation dort statthabe, da der Ablassstreit schon allzuviel Ärgernis gegeben habe und der Papst darüber als über eine bereits entschiedene Sache überhaupt kein Disputieren mehr zulasse. Dagegen zeigte Herzog Georg ein lebhaftes Interesse dafür, dass das öffentliche Kampfspiel stattfinde und seine Universität die Ehre habe, der Schauplatz desselben zu werden; man könne, meinte er, ja unbeschadet des katholischen Glaubens disputieren, wie schon über so viele andere dogmatische Streitfragen in Leipzig disputiert worden sei. 
41 Er äusserte sich in einem Brief an Bischof Adolf sehr grob über seine Professoren; sie sollten sich, anstatt der Ruhe und des Genusses zu pflegen, vielmehr freuen, als Lehrer der heiligen Schrift die Wahrheit an den Tag zu bringen; das sei ihr Beruf, dafür haben sie besondere Ehren, glänzende Frühstücke u. s. w.; es sei ein löblisches Exerzitium für sie; wollen sie's nicht üben, so wär ihm ein Kind lieber an ihrer statt. 
42 cIn seiner Willensmeinung befestigte ihn auch der Kurfürst Friedrich. So musste die theologische Fakultät sich fügen. -- Vollends schwierig wurde dieselbe, als dann Luther für seine eigne Person zugelassen zu werden begehrte. Und gegen diesen erschien nun doch auch der Herzog Georg spröde. Er erklärte ihm, der selbst ein Bittgesuch an ihn richtete, dass erst Eck ihn darum ersuchen müsste. Eck aber, an den Luther deshalb schrieb, liess ihn in Verlegenheit; möglich, (256) dass die langsame Beförderung der Briefe mit daran schuld hatte. Da zeigte sich recht, wie sehr Luthern daran gelegen war, den Kampf wirklich durchzumachen, dessen erster Urheber er war und dessen gefährlichste Spitze ganz gegen ihn sich richtete. Er bat den Herzog wiederholt und flehentlich -- "demütigend und um Gottes willen". Noch zu Anfang Juni hatte er von ihm keine bestimmte Antwort. Er war aber entschieden, jedenfalls in Leipzig zu erscheinen und sich zur Entgegnung gegen Eck zu erbieten. (n256
43         Unter diesen Arbeiten und anderen Vorbereitungen befiel ihn, wie er am 6. Juni dem lange berichtete, gerade jetzt wieder ein Zustand innere Anfechtung, bei welcher es sich für ihn nicht um jene Fragen, sondern ganz um die eigne Seele und ihr Verhältnis zu Gott sich handelte. Sie, sagt er, sei schwerer als jene Sorgen. Durch das alles lehre ihn der Herr, was es um den Menschen sei. Lange möge für ihn, den grossen Sünder, beten; er bedürfe schlechthin nichts, als die göttliche Barmherzigkeit. (n256a) -- Durch solche innere persönliche Kämpfe aber wurde Luther auch jetzt wieder für die ihm in der Welt vorgesetzten Kämpfe und Verwicklungen nicht etwa eingeschüchtert, sondern vielmehr geneigt, sie gering zu achten, als etwas, was doch nicht wie jene aus innerste Leben dringe. -- 
44       Am Montag nach Johannies, den 27. Juni, sollte nach Herzog Georgs Willen die Disputation beginnen. Hinsichtlich seiner eignen Zulassung hatte Luther endlich so viel erreicht, dass Georg im Geleitsbrief, welchen er am 10. Juni für Carlstadt ausstellte, auch "diejenigen, die er mit sich bringen werde", einschloss, ohne jedoch Namen zu nennen. Luther musste -- nach seinen eignen Ausdruck -- unter Carlstadts Fittigen erscheinen. 
45       So trafen denn beide am 24. Juni mit einander in Leipzig ein. Ihren Einzug hat ein Zuschauer, der damalige Leipziger Magister Sebastian Fröschel, später aus lebendiger Erinnerung beschrieben. Sie fuhren in offenen Wagen, Carlstadt voran, dann Luther mit Melanchthon zusammen. Jener nahm als der ältere Doktor und als der, welcher zunächst für sich den Kampf mit Eck unternommen hatte, hier und ebenso auch nachher die erste Stelle unter den beiden Wittenberger Disputatoren ein. Ferner erschien mit ihnen der damalige Rektor der Wittenberger Universität, nämlich der junge Herzog Barnim von Pommern, mehrere andere Wittenberger Dozenten, worunter Nikolaus von Amsdorf und Johann Lange aus Erfurt. 
46 Wittenberger Studenten, zweihundert an Zahl, liefen mit Spiessen und Hellebarden neben den Wagen her, wohl nicht bloss um ihnen ein glänzendes Ehrengeleite zu geben, sondern auch um anzudeuten, dass niemand gewaltthätig sich an ihren Lehrern vergreifen dürfe. Dem Carlstadt aber begegnete die üble Vorbedeutung, dass am Kirchhof der Paulinerkirche sein Wagen zerbrach und er in den Kot fiel, während Luther an ihm vorbei (257) fuhr. Die Leute, welche zusahen, sagten: Dieser wird obliegen und der andere wird unterliegen. (n257
47         Eck war schon zwei Tage vorher angelangt. 
48 c        Der Herzog hatte, da man bei der Universität keinen Hörsal für die zu erwartende Menge gelehrter Zuhörer geräumig genug fand, den grossen Saal seines Schlosses, der alten Pleissenburg, für die Disputation einrichten und kostbar ausschmücken lassen. Er setzte ferner Vorsteher für die Disputation ein und verordnete zwei seiner Räte zu derselben. Auf Ecks Ansuchen bewilligte er jetzt auch speziell für Luther freies Geleite zur Teilnahme an ihr. (n257a
49         Vergeblich erliess der Bischof von Merseburg noch ein förmliches Verbot der Disputation, welches gerade während des Einzugs der Wittenberger an den Kirchthüren angeschlagen wurde. 
50         Carlstadt wurde am Morgen des Sonntags, des 26. Juni, vor die vom Herzog eingesetzte Kommission gerufen, damit Bedingungen für die bevorstehende Verhandlungen festgestellt würden. Er und Luther hatten von Anfang an verlangt, dass die Reden der Disputanten genau von Notaren nachgeschrieben werden, um alle Missdeutungen und schiefen Berichte vorzubeugen. Eck, welcher darauf eingegangen war, wünschte doch sehr, diese Verabredung wieder rückgängig zu machen. Er konnte mit Recht einwenden, dass die Lebendigkeit der Wechselrede leide, wenn aufs Nachschreiben Rücksicht genommen werden müsse. 
51 Jene aber hatten guten Grund, darauf zu beharren, indem sie gerade von Eck befürchteten, er möchte mit seiner bekannten Gewandtheit den wirklichen Wortlaut und Sinn mancher Reden verdrehen. Carlstadt erreichte denn auch, dass vier Schreiber bestellt wurden. Dagegen gab er zu, dass die von ihnen aufgenommenen Akten nachher theologischen Schiedsrichtern vorgelegt, und, ehe diese ihren Urteilsspruch gethan, nicht veröffentlicht werden sollten. 
52        Erst am andern Tag, dem ersten der Disputation, wohl in der Frühe des Morgens, wurde auch Luther aufgefordert, dieser Vereinbarung beizutreten. Es ist, als ob man ihn nur wie eine Nebenperson neben Carlstadt habe behandeln wollen. Der Inhalt der Bedingungen aber musste ihm zuwider sein. Welchem Schiedsrichter sollte denn er, dessen Hauptthese sogar den nächsten Freunden bedenklich war, von vorn herein sich willfähig erklären? Vor allem musste er sich dagegen verwahren, dass man den Richter etwa in Rom suche. 
53 Man sagte ihm, dies solle nicht geschehen, sondern eine Universität solle um das Urteil angegangen werden, und Eck that hierbei damot gross, dass er, wenn Luther wolle, auch ein ausserdeutsche, italienische, französische oder spanische Universität sich gefallen lasse. Bei welcher Universität aber, ausser seiner eignen, von der natürlich abgesehen werden musste, konnte Luther für seine Lehre Verständnis und Unparteilich- (258) keit erwarten? So weigerte er sich denn, seine Freiheit in dieser Weise beschränken zu lassen, und wollte, da der Herzog die Unterwerfung unter ein Schiedsgericht zur Bedingung der Zulassung machte, lieber auf seinen Anteil an der Disputation, an dem ihm so viel gelegen war, verzichten. 
54 Das legten ihm die Gegner für Feigheit aus, und seine wenigen Freunden unter den Leipzigern, wie namentlich Dr. Auerbach, baten ihm dringend, nicht die Ungnade des Herzogs auf sich zu laden. Nach längerem Widerstreben beugte er sich endlich und unterzeichnete am Morgen des 4. Juli, ehe an ihn selbst die Reihe des Disputierens kam, die von Carlstadt angenommenen Bedingungen mit dem Zusatz, dass die Akten nicht dem päpstlichen Hof zugeschickt werden sollten. Dabei gab man ihm zu, dass er seine Appellation, die er zuvor eingelegt (an ein Konzil), "als weil er dess Recht habe", sich vorbehalte. Die Bezeichnung einer bestimmten Universität überliess man einer späteren Verabredung. 
55 c        Auf den 26. Juni fiel wohl auch ein Gespräch mit Emser, auf welches dieser und gegen ihn Luther nachher sich bezogen hat. Emser, tags zuvor nach Leipzig herübergekommen, beschwor, wie er nachher erzählte, in der herzoglichen Kanzlei den Eck, Carlstadt und Luther, sich zu Ehren Gottes der Schmähungen und Ärgernisse zu enthalten. Darauf habe Luther geantwortet: die Sache sei weder um Gottes willen angefangen, noch müsse sie um Gottes willen zu Ende geführt werden. Hiegegen erzählt Luther: "da durch die Eckische Praktika gehandelt ward von der Disputation nach seinem (Ecks) Vorteil und meinem Nachteil und wir sahen, dass die Ehre ward mehr denn die Wahrheit gesucht von dem Widerpart, -- da sprach ich mit kläglichen Worten und betrübten Gemüt: das Ding ist nicht in Gottes Namen angefangen, es wird auch nicht in Gottes Namen ausgehen".
56        Die Disputation wurde am Morgen des 27. Juni wie ein öffentlicher hochwichtiger Akt feierlich eröffnet. Der Leipziger Professor der Jurisprudenz Simon Pistoris begann mit einer begrüssende Rede in der Aula der Universität. Von da zogen die Versammlten in die Thomaskirche zu einer Messe, bei welcher ein neuer, zwölfstimmiger Messgesang aufgeführt wurde. Dann ging's in prächtigem Aufzug nach dem Schlosse; ein Tel der bewaffneten Bürgerschaft war mit Fahnen, Trommeln und Wehr dazu ausgerückt und stellte sich beim Schloss als Wache auf. 
57 Der Saal im Schloss war mit kostbaren Teppischen behängt. Für die Disputanten standen zwei Katheder da; über dem für Eck zeigte der Teppich das Bild des heiligen Streiters Georg, über dem für Carlstadt und Luther bestimmten das Bild des heiligen Martinus. Nun sollte eine Eröffnungsrede über die Bedeutung des Aktes und die würdige Weise des Disputierens, welche Peter Schade Mosellanus, ein gefeierter junger Lehrer der klassischen Litteratur, ausgearbeitet hatte, von einem Knaben, der die kindlich reine Theologie (259) darstellte, frei vorgetragen werden. Da sie jedoch hierfür viel zu lang ausgefallen war, musste Mosellanus selbst den Vortrag übernehmen. Sie kann für keinen glücklichen Beginn der Disputation gelten. 
58 Der Redner, der sie mühsam auswendig gelernt hatte und noch an den Nachwehen einer Krankheit litt sprach sehr lange mit leiser Stimme, in eleganter Ausführung, aber ohne die Tiefen des Gegenstandes, worüber disputiert werden sollte, zu berühren und demjenigen Ausdruck zu geben, was die von innerem Interesse dafür erfüllte Teilnehmer an der Disputation bewegen musste. 
59 Die Form der Rede, wonach der Redende sich selbst als Kind bezeichnen sollte, hatte er belassen, während doch nun er selber sie vortrug. Auffallend ist, dass er als Disputanten den Eck und Carlstadt namentlich und mit rühmenden Prädikaten aufführte, Luthers aber nicht erwähnte: man möchte vermuten, dass er, der diesem persönlich keineswegs abgeneigt war, hierzu eine Anweisung vom Herzog erhalten habe -- wenn der Grund nicht etwa darin lag, dass ihm Luthers Eintritt in die Disputation noch ungewiss erschien. Für Luther musste die Rede jedenfalls unbefriedigend sein. Nach den Schluss der Rede fangen Musiker dreimal das "Veni sancte spiritus etc" (Komm heiliger Geist), wobei die ganze Versammlung auf den Knieen lag. Darauf einten alle zu einer Mahlzeit. Um zwei Uhr nachmittags begann endlich die Disputation; Carlstadt und Eck traten gegeneinander auf den Platz. 
60          Eine grosse Menge von Zuhörern, von Theologen und Nichttheologen, von Lehrern und Studierenden kam zu dem jetzt anhebenden Kampfspiel mit gespannter Erwartung und lebhafter Erregung. Auch Herzog Georg erschien oft dabei und folgte den Verhandlungen mit warmer Teilnahme. Luthers Gegner wurden auf Böhmen, auf Hussiten, böhmische Brüder ("Pikarden"), aufmerksam, welche erschienen seien, weil sie in ihm einen Verfechter ihrer Sache zu finden hofften. Man fürchtete, dass unter der Menge, welche zusammenströmte und für die eine und andere Richtung Partei nahm, sogar thätlich Händel ausbrechen möchten. 
61 Jene bewaffnete Bürgerwache blieb während der ganzen Disputation am Schlosse stehen, um dort Unruhen vorzubeugen. Auch in den Herbergen, wo Wittenberger Studenten lagen, wurden Hellebardenmänner aufgestellt, damit nicht sie und die anders gesinnten Leipziger Studenten zu heiss aneinander gerieten. 
62         Der erste Teil der Disputation, in welchem Eck und Carlstadt sich gegenüber standen, war jedoch noch nicht geeignet, das Interesse von Zuhörern zu befriedigen, welche eine Entscheidung über die wichtigsten, die Kirche erschütternden Fragen zu gewinnen hofften. 
63         An vier Tagen, nämlich am 28. und 28. Juni und am 1. und 3. Juli, zwischen welche hinein wegen kireklicher Feiertage ausgesetzt wurde, stritten jene beiden über die Lehre vom freien Willen des Menschen und von der (260) eignen Wirksamkeit, die ihm bei den guten Werken nebdn dem Wirken der göttlichen Gnade beigelegt werden dürfe. Der Gegenstabd war durch Luther aus der Tiefe eines vor Gott gebeugten, nach der Gnade begierigen und in ihr erstarkten Gemütes heraus angeregt worden. Hier jedoch wurde er beiderseits  ohne lebensvolle Beziehung auf die inneren, sittlich religiösen Vorgänge in sehr abstrakter Weise und mit ermüdendem Streit über die Meinungen der massgebenden alten Theologen behandelt. In der Kunst des Disputierens war Eck seinem Gegner überlegen. 
64 Er überragte ihn namentlich mit einem reichen Gedächtnis, aus welchem er eine Menge Citate jener Theologen vorzutragen, und mit der Gewandheit, mit welcher er sie für seinen Zweck zu verwerten wusste. Carlstadt sucht sich hiergegen dadurch zu helfen, dass er Bücher mitbrachte und Eck Beweisgründe sich aufnotierte, um sie nachher widerlegen zu können. Zu seiner Rechtfertigung konnte er geltend machen, dass Eck mitunter Citate vorbrachte, welche noch sehr der Kontrolle durchs Nachschlagen der Quellen bedurften, und seinen eignen Sätzen nachher, wenn sie sich nicht ganz haltbar zeigten, gerne eine andere Wendung gab. Eck aber setzte es bei den Vorstehern der Disputation gegen ihn durch, dass ihm jenes Verfahren verwehrt wurde. Eck stand so schon im Bewusstsein eines Siegers da, als die Reihe des Disputierens an Luther kam. 
65         Ihn feierten auch die Mitglieder der Leipziger Universität die ganze Zeit über recht geflissentlich mit Einladungen, Spazierritten, Geschenken u. s. w. und hielten sich dagen von den Wittenbergern ferne. 
66        Luther hielt, ehe er aus Disputieren kam, am Peter- und Paulstag, dem 29. Juni, auf des Pommernherzogs Wunsch eine Predigt im Schlosse, wozu ihm wegen des Andrangs von Zuhörern statt der Schlosskapelle der geräumigere Disputationssaal eingeräumt wurde und nahm da von Festevangelium (Matth. 16,13-39) Anlass, die grossen Hauntgegenstände der gesamten Disputation kurz und erbaulich darzulegen. 
67 Denn, sagte er, das Evangelium begreife alle Materien derselben, indem es fürs erste (nämlich in Jesu Worten: "Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, u. s. w." V. 17) von der Gnade Gottes und unserm freien Willen rede, fürs zweite von der Gewalt St. Peters und der Schlüssel. Im ersten Teile zeigte er, wie die Seele an sich selbst verzweifeln und gläubig nach dem lebendigen Gott sich sehnen solle, aus dessen Gnade dann für sie die guten Werke durch innerb Trieb und Kraft von selbst erwachsen werden. Im zweiten Teil lehrte er, wie die Schlüssel dem Petrus nicht für sich, sondern in Person der christlichen Kirche gegeben seien, und zwar zum Troste für die blöden Gewissen, damit diese fest im Glauben an das Wort der Vergebung sich halten. 
68 Weiter, sagt er, sei dem gemeinen Mann nicht not, viel zu disputieren von St. Peters oder des Papstes Gewalt; es liege (261) mehr darin, dass man derselben seliglich zu gebrauchen wisse. So wenig wollte er in den Streit über seine 13. These, welchen er jetzt mit Eck zu führen hatte, die Gemeinde hineinziehen und wollte ihr dagegen um so mehr dasjenige ans Herz legen, was unmittelbar religiöse, praktische Bedeutung habe. Die Predigt wurde ihm dennoch sehr verdacht. 
69 Der herzogliche Rat Cäsar Pflug, eine Hauptperson unter den Vorstehern der Disputation, der übrigens die Predigt nicht mit angehört hatte, rief, als er von ihr vernahm, aus: "Ich wollte, Dr. Martinus hätte sie gen Wittenberg gespart". Eck beeilte sich, zwei und nachher noch zwei Predigten gegen Luther in städtischen Kirchen zu halten, auf deren Kanzeln dieser nicht zugelassen wurde. (n261
70        Als Luther einmal in den Tagen von Carlstadts Disputation in eine Kirche kam, während Mönche messe hielten, nahmen diese alsbald ihr Abendmahlsgeräte weg, damit ihr Sakrament nicht durch den Ketzer entweiht werde. 
71        Am 4. Juli endlich bestieg Luther gegen Eck den Katheder (am nämlichen Tag, an dessen Abend Tetzel im Leipziger Dominikanerkloster verschied). Mehrere Thesen, welche Eck und Carlstadt noch ausser der vom freien Willen miteinander durchfechten wollten, wurden auf den Schluss der ganzen Disputation verschoben. Jene beiden begannen sogleich mit der Frage über den päpstlichen Primat, der bedeutungsvollsten in dem gegenwärtigen Streite. 
72 Luther schickte die Erklärung voran: er hätte aus Ehrfurcht gegen den Papst und die römische Kirche diese nicht notwendige und überaus gehässige Materie gern beiseite gelassen, wenn sie ihm nicht durch Eck aufgedrungen worden wäre. (eck01#1) Eck aber erinnerte ihn, dass er sie ja selber schon durch jene Sätze in seinen Resolutionen und seiner Ausgabe der Augsburger Verhandlungen angeregt habe. (eck01#12)
73         Die Persönlichkeiten der beiden Kämpfer, wie sie dort gegeneinander standen, hat Mosellan in einem Briefe beschrieben. Es ist die erste ausführliche Schilderung von Luthers Erscheinung, die wir überhaupt besitzen. 
74        Martinus, sagt jener, ist von mittleren Statur; sein Leib ist schmächtig, durch Sorgen und Studien abgemagert, so dass man fast alle Knochen anihm zählen kann; er steht noch in frischem Mannesalter; seine Stimme tönt hell und schart. Das gelehrte Material für den Streit hatte Luther, wie ihm Mosellan bezeugt und wie sich in seiner Disputation erwies, recht tüchtig -- anders als Carlstadt -- vorbereitet und in treuen Gedächtnis festgehalten. 
75 Für die Rede standen ihm Gedanken und Worte in ungemeinem Reichtum zu Gebot. Im Streiten und Tadeln aber fand ihn auch der freundlich schildernde Mosellan zu rücksichtslos und bissig. Zugleich bemerkte dieser, dass er im Leben und Umgang höflich und freundlich sei, ohne strenge stoische Miene; in seinem Verhalten thue er je den verschiedenen (262) Stunden ihr Recht an; er sei in Gesellschaft heiter und witzig; er zeige jederzeit frische Lebendigkeit, eine sichere Ruhe, ein fröhliches Angesicht, so arg ihn auch die Feinde bedrohen; gern glaube man da, dass dieser Mann so schweres nicht ohne den Beistand der Gottheit unternehme. 
76 Gegner hielten sich darüber auf, dass er einen Blumenstrauss in der Hand getragen, ihn angesehen und daran gerochen habe; in der That erscheint, während sein Disputieren den strengsten Ernst zeigte, auch dieser kleine Zug für ihn charakteristisch. Auch auf die kleinlichsten Äusserlichkeiten richtete sich übrigens die böswillige Aufmerksamkeit seiner Gegner; so bemerkte man, dass er einen silbernen Ring trage, an welchem irgend etwas hänge; der Aberglaube sagte, er bane da in einem Büchschen den Teufel bei sich getragen. 
77          Eine viel gewaltigere Gestalt und mächtigere Stimme hatte Eck aufzuweisen. Mosellan schildert ihn so: er habe einen grossen vierschrötigen Körper, eíne volle Stimme, aus der kräftigen Brust kommend, für einen tragischen Schauspieler, ja für einen öffentlichen Ausrufer ausreichend, doch mehr rauh als deutlich; sein Mund, seine Augen und sein ganzes Gesicht lassen eher auf einen Fleischer oder barbarischen Söldner, als auf einen Theologen schliessen. Er habe ein ausgezeichnetes Gedächtnis, aber es fehle ihm an Fassungskraft und Schärfe des Urteils. 
78 So häufe er Gründe, Bibelstellen, theologischen Citate unordentlich zusammen, ohne zu merken, wie vieles davon nichtssagens sei, in Wahrheit einen andern Sinn habe oder blosse Sophisterei enthalte. Denn er gehe nur darauf aus, mit solchen Wust die Zuhörer zu verblüffen und ihnen blauen Dunst vorzumachen, damit er ihnen als Sieger erscheine. Hierzu komme bei ihm eine unglaubliche Dreistigkeit, die er mit wunderbarer Schlauheit verdecke. Fühle er sich vom Gegner gefangen, so wisse er der Disputation eine andere Wendung zu geben, öfters mache er auch eine Meinung des Gegners in andern Worten zu seiner eignen und schiebe seine eigne ungereimte Meinung dem Gegner unter. 
79 Dagegen verglich ein Verehrer Ecks, Johann Rubens in Leipzig, ihn mit einem Hektor, der mit mutvoller Brust und furchtlos wie ein Löwe die Burg des kirchlichen Glaubens verteidige, und erzählte, wie er durch seine Kenntnis der heiligen Schrift, die er schon von Jugend auf studiert, und mit seiner vollkommenen Belesenheit in den Werken der kirchlichen und gar nicht etwa bloss der scholastischen Theologen die Wittenberger überrascht und einen Köcher voll von Blitzen gegen sie mitgebracht habe. Eck selbst war nicht der letzte, der seiner Überlegenheit hierin sich rühmte. 
80         Anzuerkennen ist bei Eck jedenfalls die grosse Kraft des Leibes und Geistes, womit er zwei Gegnern so viele Tage hindurch in steter Schlagfertigkeit stand hielt. Man konnte freilich auf der andern Seite sagen, die Sache habe ihn innerlich nicht zu sehr angegriffen, weil es ihm eben (263) mehr um die eigne Ehre als um den Gegenstand des Streites zu thun gewesen sei. --           Man må i hvert fald hos Eck anerkende hans legemes og ånds store kraft, hvormed han kunne holde stand overfor to modstandere så mange dage igennem med stadig slagfærdighed. Man kunne ganske vist på den anden side sige, at sagen selv ikke er gået ham så meget til hjerte, fordi det netop mere kom ham an på hans egen ære end på det, der var stridens genstand. -- 
81 Luther stand mit ganzem Herzen im Kampfe. Die eigentliche Schwierigkeit des Streites aber lag für ihn darin, dass der Hauptpunkt desselben, welcher für seine kirchliche Stellung entscheidend werden musste, für ihn selbst noch Gegenstand fortschreitender innerer Entwicklung und Klärung war; und Eck, auf dem eignen Standpunkt fest und sicher, wollte ihn eben jetzt durch den Streit vollends in die gefährlichste Entscheidung hineintreiben.  Luther stod med hele hjertet i kampen. Den egentlige vanskelighed i striden lå imidlertid for ham deri, at selve hovedpunktet, som måtte være afgørende for hans kirkelige stilling, for ham selv endnu var genstand for en fremadskridende indre udvikling og afklaring; og Eck, der var overbevist og sikker på sit eget standpunkt, ville netop i striden drive ham fuldstændig ud i den farligste afgørelse. 
82       An fünf Tagen, vom 4. bis zum 8. Juli, disputierten sie über jene dreizehnte These vom göttlichen Rechte der päpstlichen Gewalt.         Fem dage igennem, fra den 4. til den 8.juli, disputerede de over denne 13. tese om den pavelige magts guddommelige ret. 
83       Eben nur das göttliche Recht in dem oben bezeichneten Sinn wurde auch jetzt wieder durch Luther der päpstlichen Oberherrschaft abgesprochen. Er versicherte aufs neue, dass er keineswegs ihr Recht überhaupt bestreiten wolle, -- ähnlich wie das deutsche Kaisertum zu Recht bestehe, ohne darum in der heiligen Schrift begründet oder göttlichen Rechts zu sein. Nicht minder wollte er nach dem Zeugnis der Schrift dem Petrus einen Vorrang zwar nicht in der Gewalt, aber doch in der Ehre vor den andern Aposteln zugestehen: ebenso den römischen Nachfolgern des Petrus vor den andern Bischöfen. (eck02#15        Og det var jo netop kun den guddommelige ret, i den ovenfor betegnede betydning, som Luther igen nu her frakendte det pavelige overherredømme. Han forsikrede påny, at han på ingen måde ville bestride dets ret i sig selv, -- på samme måde som det tyske kejserdømme bestod med rette uden at det af den grund skulle begrundes i den hellige skrift eller med nogen guddommelig ret. I ikke ringere grad ville han efter skriftens vidnesbyrd tilkende Peter en forrang fremfor de øvrige apostle, om ikke i magt, så dog i ære: og på samme måde ville han tilkende Peters efterfølgere det fremfor de øvrige biskopper. 
84         Jene in göttlichem Recht begründete päpstliche Monarchie nun forderte Eck schon vermöge einer gewissen innern Notwendigkeit und seine Beweisführung gab derselben zugleich auch schon einen unendlichen Umfang: denn im Himmel, sagte er, sei Monarchie, in der himmlischen triumphierenden Kirche sei alles monarchisch geordnet unter Gott, dem Einen Haupte; dort aber sei das Urbild für die irdische Kirche, die demnach auch ein Haupt haben müsse; und was der Sohn Christus den Vater im Himmel thun sehe, das müsse nach Joh. 5,19 auch der Sohn desgleichen thun, er müsse also seine Kirche auf Erden unter Ein Haupt stellen. (eck01#16          Det var nu dette på en guddommelig ret grundede pavelige monarki, som Eck hævdede i kraft af en vis indre nødvendighed, og hans bevisførelse gav samtidig dette monarki et uendelige omgang. For, sagde han, i himlen er der monarki, i den himmelske, triumferende kirke er alt ordnet monarkisk under Gud, det eneste overhoved; men dèr har vi urbilledet for den jordiske kirke, som derfor også må have et overhoved; og hvad sønnen, Kristus, ser faderen gør i himlen, det samme må ifølge Joh 5,19 også sønnen gøre, han må altså stille sin kirke på jorden ind under ét overhoved. 
85 Wir haben hierin eine Probe für Ecks Schriftauslegung und Schriftgebrauch! Luther erwiderte: ja freilich habe diese Kirche ein einiges Haupt, nämlich den Herrn Christus selbst, der bei den Seinigen sei bis ans Ende der Welt und herrsche bis alle Feinde ihm zum Schemel der Füsse liegen -- nach Matth. 28,20; 1. Kor. 15,25; (eck01#27) brauchte sie ein irdisches Haupt, so würde sie ja hauptlos so oft dieses stürbe. (eck01#36 Vi har her en prøve på Ecks skriftudlægning og skriftbrug! Luther svarede: Ja, det er sandt, at denne kirke har ét eneste overhoved, nemlig herren Kristus selv, som er med sine indtil verdens ende og hersker, indtil alle hans fjender er lagt som skammel for hans fødder -- ifølge Matt 20,20 og 1 Kor 15,25; men hvis denne kirke behøvede et jordisk overhoved, ville den jo blive uden overhoved, hver gang det jordiske overhoved døde. 
86          Von Schriftaussagen kam natürlich am meisten wieder jene Matth. 16,19 von dem Felsen, auf welchem die Kirche gebaut werden soll, in Betracht. Der Ansicht, welche den Petrus samt seinen angeblichen Nachfolgern zu diesem Felsen machte, stellte Luther die entgegen, dass vielmehr der Glaube, in welchem dort Petrus zum Sohne Gottes sich bekannt habe, der Fels der Kirche sei, oder auch dass Christus sich selbst mit dem Felsen gemeint habe.           Af skriftsteder kom naturligvis fortrinsvis Matt 16,19 om klippen, hvorpå kirkens skal bygges, i betragtning. Overfor den anskuelse, at Peter og hans angivelige efterfølgere udgjorde denne klippe, opstillede Luther denne anden, at det meget mere var troen, hvormed Peter dèr havde bekendt sig til Guds søn, der var kirkens klippe, eller også, at Kristus med klippen havde ment sig selv. 
87 Er konnte eine solche Auslegung mit einer Reihe alter theologischer (264) Autoritäten, namentlich auch mit Augustin verteidigen; wir freilich dürfen ihre Schwäche nicht leugnen; wir müssten vielmehr die Frage darauf hinrichten, in welchem Sinne denn Jesus eben auf Petrus als einen festen Bekenner seine Gemeinde habe bauen wollen und was denn die Schrift irgend von römischen Nachfolgern des Petrus sage oder wisse. Mit gerechter Zuversicht aber berief sich Luther auf weitere Schriftstellen, wo Gleiches von den Aposteln überhaupt ausgesagt oder wo (wie 1. Kor. 12) von den Ämtern und Gnadengaben der Gemeinde überhaupt ohne jede Erwähnung eines irdischen Oberhirten oder Machthabers geredet werde. Der ganze Streit über die Schriftaussagen bewegte sich übrigens herkömmlicherweise viel mehr nur in Citaten aus den alten kirchlichen Lehrern und Auslegern, als in einer selbständigen Untersuchung des Schiftsinnes.  Han kunne forsvare en sådan udlægning med en række gamle teologiske autoriteter, især også med Augustin; ganske vist kan vi ikke nægte, at det er svage autoriteter; vi måtte snarere stille problemet sådan op: I hvilken betydning Jesus mon har villet bygge sin menighed på Peter som på en sikker bekender, og hvad skriften mon siger eller véd om én eller anden romersk efterfølger til Peter. Men Luther beråbte sig med rette på yderligere skriftsteder, hvor noget lignende blev udtalt om apostlene i det hele taget, eller hvor (som i 1 Kor 12) der blev talt om embeder og nådegaver i menigheden i det hele taget uden nogen omtale af en jordisk overhyrde eller magthaver. Hele striden om skriftstederne drejede sig iøvrigt på traditionel vis snarere kun om citater fra de gamle kirkefædre og skriftudlæggere, end om en selvstændig udlægning af skriftstedernes betydning. 
88        Für die Frage, seit wann die Kirche dann dem päpstlichen Primat sich unterworfen habe, führte Luther wieder die alten griechischen Kirchenväter vor, welche denselben nicht kennen, den grossen Vorfechter der bischöflichen Gewalt Cyprian, der im römischen Bischof nur einen Bruder de andern Bischöfe sehe, den Augustin, nach dessen Zeugnis keiner der katholischen Bischöfe sich zu einem "Bischof der Bischöfe" mache, ferner das nicänische Konzil u. s. w. Solchen Citaten gegenüber brauchte Eck die Mittel künstlicher Auslegung. Für die späteren Zeiten der abendländischen Kirche und Theologie vermochte freilich Luther seine These in betreff des geringen Alters jener Unterwerfung nicht mehr durchzuführen. Eck wies ihm jene merkwürdige Anwendung der Stelle Joh. 5,19 zu Gunsten der irdisch kirchlichen Monarchie sogar bei dem auch von ihm hochverehrten heiligen Bernhard nach (eck01#52). Da hielt Luther seine Hauptwaffe, die höchste Autorität der Schrift und die Pflicht eigner treuer Schriftforschung, entgegen: "Ich verehre Bernhard, aber beim Streiten muss man den echten, eigentlichen, allein stichhaltigen Sinn der Schriftworte annehmen; Gottes Wort steht über alle Menschenworten". (eck02#7           Angående det spørgsmål, hvor da kirken havde underkastet sig det pavelige primat, fremførte Luther igen 1) de gamle græske kirkefædre, som ikke kender dette primat, 2) den store forkæmper for den biskoppelige magt, Cyprian, som i den romerske biskop kun så en broder til de andre biskopper, 3) Augustin, ifølge hvis vidnesbyrd ingen af de katolske biskopper gjorde sig til en biskop for biskopperne, og 4) videre det nikænske koncil, osv. Overfor sådanne citater brugte Eck metoden med en kunstlet udlægning. Angående den vestlige kirkes og teologis senere tider formåede ganske vist Luther ikke mere at gennemføre sin tese angående den ringe alder på denne underkastelse. Eck fremførte imod ham endog den af Luther højt ærede Bernhards mærkelige anvendelse af Joh 5,19 til gunst for et jordisk, kirkelige monarki. Op imod det fremførte Luther sit hovedvåben, skriftens autoritet og pligten til en selvstændig, tro skriftforskning: "Jeg ærer Bernhard, men i strid må man antage den ægte, egentlige, betydning af skriftordene, den alene holder stand, Guds ord står over menneskeord". 
89         Luther behauptete ferner jetzt ausdrücklich auch mit Bezug auf die Zeit seit dem förmlichen Bruch und Schisma zwischen den morgenländischen oder griechischen Kirchen und den abendländischen oder römisch-katholischen, dass dennoch auch dort, also ausserhalb der römischen Monarchie, eine Gemeinschaft wahrer Christen fortbestehe, (eck02#21) wogegen Eck ruhigen Blutes erklärte, die Griechen seien Ketzer und es werden dort sehr wenige oder gar keine Menschen selig, ausser etlichen Mönchen und anderen, welche auch dort Rom Gehorsam leisten. (eck02#48          Luther fastholdt videre nu udtrykkelig, også med henblik på tiden efter det formelle brud og skisma mellem den østlige eller græske kirke og den vestlige eller romersk-katolske kirke, at der trods det også dèr, altså udenfor det romerske monarki, stadigvæk bestod en menighed af sande kristne. Herimod erklærede Eck koldblodigt, at grækerne var kættere og at der deroverfra er meget få eller måske slet ingen mennesker, der bliver frelst, udover nogle munke og andre, som viser lydighed mod Rom selv dèr. 
90        Der wichtigste Moment der ganzen Disputation trat endlich ein, als Eck (am 5. Juli) erinnerte: unter die von Konstanzer Konzil verdammten "pestilenzialischen" Irrtümer des Wiclif und des Johann (265) Hus gehören auch die Sätze, dass der Glaube an die Oberhoheit der römischen Kirche nicht zur Seligkeit nötig sei, dass die Kirche auf Erden nicht Eines Hauptes bedürfe u. s. w. (eck03#36ff) Er fügte bei: sein verehrter Gegner Luther möge entschuldigen, wenn er den Böhmen als Feinden der Kirche seinem bescheidenen Dafürhalten ihren Irrtümern sehr günstig seien und sie selbst, wie er höre, zu denselben Glück wünschen. (?) (eck03#41)          Det vigtigste øjeblik i hele disputationen indtraf omsider, da Eck (den 5. juli) gjorde opmærksom på, at blandt de pestbefængte vildfarelser hos Wiclef og Huss, som Konstanzer-koncilet havde fordømt, hørte også de sætninger, at troen på den romerske kirkes overhøjhed ikke var nødvendig til salighed, at kirken på jorden ikke behøvede ét overhoved, osv. Han tilføjede: Hans ærede modstander, Luther, måtte undskylde, hvis han havde angrebet bøhmerne som fjender af kirken, for han (Luther) var jo, efter Ecks beskedne bedømmelse, meget gunstig stemt overfor deres vildfarelser, og de selv, havde han også hørt, havde også ønsket ham lykke til. (?) 
 91 Luther erwiderte sogleich: die Trennung der Böhmen von der Einen Kirche billige er keineswegs, weil das höchste göttliche Recht die Liebe und Einigkeit des Geistes fordere. (eck03#43) Schamlosigkeit aber sei es, jene Griechen alle aus der Kirche und dem Himmel hinauszustossen. Was sodann jene Sätze des Hus und der Böhmen anbelange, so seien unter ihnen manche sehr christliche und evangelische, wie z. B. der, dass es nur Eine allgemeine Kirche gebe (zu der auch die nicht unter Rom stehenden Christen gehören sollten) und dass der Glaube an jene römische Oberhoheit nicht die Seligkeit bedinge. (eck04#3  Luther svarede straks: Han billigede på ingen måde det, at bøhmerne havde skilt sig ud fra den ene kirke, fordi den højeste guddommelige ret krævede kærlighed og enighed i ånden. Men det var skamløst at udstøde alle grækerne af kirken og af himlen. Men hvad Huss' og bøhmernes sætninger angik, så var der mellem dem mange yderst kristelige og evangeliske, som fx. den, at der kun er én almindelig kirke (til hvilken også de kristne skulle høre, som ikke stod under Rom) og den sætning, at troen på den romerske overhøjhed ikke er en betingelse for salighed. 
 92 Ob Wiclif oder Hus diesen Satz vortrage, sei ihm gleichgültig. Verdammt dürfen solche Sätze nimmermehr werden. Keinem Christen dürfe man etwas als Glaubensartikel aufdringen, was nich in der heiligen Schrift Grund habe; denn hier allein sei göttliches Recht. Erklären ja doch auch kirchliche Rechtslehrer wie der Erzbischof Nikolaus von Palermo, dass die Meinung eines einzelnen Christen mehr als ein Papst und ein Konzil gelten müsse, wenn sie auf besseren Grund sich stützt, und dass auch ein Konzil irren könne. (eck04#7  Om Wiclef eller Huss har fremført denne sætning, var ligegyldigt for ham. Sådanne sætninger skulle på ingen måde fordømmes. Og man skulle ikke pådutte nogen kristen noget som trosartikel, hvis det ikke havde sin grund i den hellige skrift; for alene her findes den guddommelige ret. De kirkelige retslærde, fx. ærkebiskop Nikolaus af Palermo, erklærer jo også, at en enkelt kristens mening må gælde mere end en pave og et koncil, når den støtter sig på en bedre begrundelse, og at også et koncil kan tage fejl. 
 93       Wir sind Aussagen Luthers über kirchlich Konzilien, worin er diesen Satz des Nikolaus de Tudesco sich aneignete, schon in seiner Schrift gegen Silvester Prierias (oben S. 210; 3,5#32) begegnet. Es war aber noch etwas anderes, direkt und öffentlich aussprechen, dass ein bestimmtes Konzil wirklich geirrt habe; und vollends nun ein solcher Ausspruch gegen das grosse Konstanzer Konzil mit Bezug auf Sätze, welche den von der katholischen Kirche allgemein verworfenen und gehassten böhmischen Ketzern zugehörten! hatte doch auch Luther vor dem im Namen eines Böhmen nur einen argen Schmähnamen und in dem Vorwurf, dass er ein böhmisches Gift verbreite, die gehässigste Verleumdung gesehen.            Vi har allerede mødt Luthers udsagn om kirkelige konciler i hans skrift imod Sylvester Prierias; her tilslutter han sig denne sætning af Nikolaus de Tudesco. Men det var alligevel nu noget andet sådan direkte og offentligt at sige, at et bestemt koncil virkelig havde fejlet; og oven i købet nu at fremføre et sådant udsagn imod det store Konstanzer-koncil med henblik på sætninger, som stammede fra de bøhmiske kættere, der var almindelig forkastede og forhadte af den katolske kirke! Luther havde dog også selv tidligere i bøhmernavnet kun set et vredt skældsord og i den bebrejdelse, at han udbredte den bøhmiske gift, en ondskabsfuld bagvaskelse. 
 94         Dem Eck aber war es jetzt eigens eben darum zu thun, ihn recht offenkundig zu einem Genossen dieser Böhmen zu machen und ihn zu Erklärungen zu treiben, durch welche er nicht bloss von den Machtansprüchen des päpstlichen Stuhles, sondern auch von der Autorität der Gesamtvertretung der katholischen Kirche sich loszusagen müsste. Natürlich machte die Antwort, welche Luther ohne Scheu gab, sogleich grosses Aufsehen. Auch Herzog Georg war anwesend; als er jene Worte Luthers von christlichen Sätzen des Hus vernahm, sprach er laut, so dass man's über das ganze (266) Auditorium hörte: "Das walt' die Sucht", indem er den Kopf schüttelte und beide Arme in die Seiten stemmte.               Men for Eck drejede det sig nu kun om ret tydeligt at gøre ham til disse bøhmeres forbundsfælle og drive ham til erklæringer, hvorved han ikke blot måtte benægte den pavelige stols magtpåstande, men også den katolske kirkes samlede repræsentations autoritet. Naturligvis  fremkaldte det svar, som Luther afgav uden angst, straks stor opstandelse. Også hertug Georg var til stede; da han hørte Luthers ord om Huss' kristne sætninger, sagde han højt, så man kunne høre det over hele salen: "Så for den slemme syge!" idet han rystede på hovedet og satte begge arme i siden. 
 95        Eck fuhr fort: eben das sei echt böhmisch, die heilige Schrift besser verstehen zu wollen als die Päpste, Konzilien, Doktoren und Universitäten; (eck04#28) -- es sei für alle Gläubige entsetzlich zu hören, dass der hochwürdige Vater Luther so gegen das heilige, die ganze Christenheit einmütig vertretende Konstanzer Konzil zu reden wage. Da scheint Luther doch über die Tragweite der eigenen Worte erschrocken zu sein. (k95) Er unterbrach den Eck: "Es ist nicht wahr, dass ich gegen das Konstanzer Konzil geredet habe". Und als Eck sagte, die verdammten Böhmen werden sich ohne Zweifel nun auf ihn als ihren Patron stützen und werden folgern, dass dann die Autorität des Konzils auch in anderen Stücken wanke, fiel er ihm gleich bei der ersten Hälfte dieses Satzes ins Wort: "dies ist eine unverschämte Lüge". (eck04#41f)             Eck fortsatte: Netop det var ægte bøhmisk: at ville forstå den hellige skrift bedre end paverne, koncilerne, de lærde og universiteterne; -- det var for alle troende forargeligt at høre, at den højærværdige fader Luther vovede at tale sådan imod det hellige Konstanzer-koncil, der énstemmigt repræsenterede hele kristenheden. Men så synes Luther dog at være blevet noget forskrækket over rækkevidden af sine egne ord. Han afbrød Eck: "Det er ikke sandt, at jeg har talt imod Konstanzer-koncilet". Og da Eck sagde, at de fordømte bøhmere uden tvivl nu ville støtte sig til ham som deres beskytter og ville drage den slutning, at så også koncilets autoritet vaklede på andre punkter, brød han allerede ved den første halvdel af denne sætning ind: "dette er en uforskammet løgn". 
 96       Er war wohl weder im Augenblick auf diese gefährliche Wendung des Streites gefasst gewesen, noch auch bei sich selbst schon darüber hinreichend klar geworden, wie weit immer noch eine höhere Erleuchtung und demgemässe Autorität für die auch ihm gar hochstehenden und wichtigen Konzilien sich behaupten lasse, während doch das ihm feststand, dass er von Wahrheiten, die er selbst in der heiligen Schrift gefunden, auch trotz eines Konzils nicht weichen und Glaubenssätze, die in der Schrift keinen Grund haben, auch von seiten eines Konzils nicht annehmen dürfe.           Han var vel, i det øjeblik da striden tog denne farlige vending, ikke særlig fattet, og heller ikke for sig selv blevet tilstrækkeligt klar over, hvor langt en højere oplysning og en dertil svarende autoritet hos de også for ham højt ansete og vigtige konciler lod sig fastholde, mens det dog stod fast for ham, at han ikke ville vige bort fra de sandheder, som han selv havde fundet i den hellige skrift, han ville end ikke vige for et koncil, og han ville ikke antage nogle trossætninger, som ikke havde nogen grund i skriften. 
 97        Am folgenden Tag nahm er selbst den Gegenstand wieder auf und nannte jetzt vier in Konstanz verworfene Schriftsätze des Hus, welche nicht zu verwerfen seien, -- namentlich wieder dessen Satz über die Kirche: "es ist Eine heilige, allgemeine Kirche, welche ist die Gesamtheit der Erwählten" (eck05#31) (Luther fand hierin seine eigne Auffassung vom Wesen der Kirche, wonach einerseits zur Teilnahme an ihr jene Unterwerfung unter Rom nicht gehört, andererseits nur echte Christen und Heilsgenossen ihre wahren Glieder sind).            Den følgende dag tog han selv igen emnet op og nævnede fire af Huss' sætninger, der var blevet forkastet i Konstanz, men som ikke burde forkastes, -- nemlig igen sætningen om kirken: "Der er én hellig, almindelig kirke, som består af alle de udvalgte". (Luther fandt heri sin egen opfattelse af kirkens væsen: på den ene side var det ikke nødvendigt at deltage i underkastelsen under Rom, og på den anden side var det kun ægte kristne og frelsesfæller, der var de sande medlemmer af kirken). 
 98 Dabei verwahrte er sich nun, dass man doch nicht sagen dürfe, das Konzil habe diese Sätze für ketzerisch erklärt, da nach dessen eigenem Ausspruch die von ihm verworfenen Sätze nicht alle ketzerisch, sondern teilweis nur überhaupt irrig oder auch nur unbedacht seien. Ja er sagte, Eck müsste ihm sogar die Auskunft gestatten, die betreffenden Sätze in den Akten des Konzils für Einschiebsel von Fälschern zu erklären. Allein auch jetzt kam er wieder mit aller Bestimmtheit zurück, dass doch untrüglich nur die heilige Schrift sei, ein Konzil dagegen irrtumsfähig. (eck05#42  Men i denne omgang opstillede han det sikkerhedsnet, at man dog ikke kunne sige, at koncilet havde erklæret disse sætninger for kætterske, eftersom jo efter koncilets egen erklæring de af det forkastede sætninger ikke alle var kætterske, men dels kun vildledende eller også kun ubetænksomme. Ja, han sagde, at Eck endog måtte tillade ham at gøre opmærksom på, at de pågældende sætninger kunne forklares som et forfalsket indskud i koncilsakterne. Men også nu kom han med al bestemthed tilbage til dette, at det dog kun var den hellige skrift, der var ubedragelig, et koncil derimod kunne tage fejl. 
 99        Im Verlauf der weiteren Verhandlungen (am 7. Juli) scheint er einmal ein Zugeständnis zu machen, welches die Bedeutung dieses seines Satzes über die Konzilien ganz wieder in Frage stellte. Nachdem nämlich Eck ihm vorgehalten hatte, wie die in des Herrn Namen versammelte Kirche (267) kraft der neutestamentlichen Verheissung des göttlichen Geistes und Lichtes gemein sein dürfe, wie demnach alle Beschlüsse der Konzilien in Glaubenssachen Sicherheit haben müssen, wie ein irrendes Konzil ganz den Charakter einer christlichen Kirchenversammlung verlöre u. s. w., (eck05#99ff) da erklärte Luther sich mit ihm einverstanden, "dass man die Beschlüsse der Konzilien in dem was zum Glauben gehöre, in jeder Weise (omni modo) annehmen müsse", und behielt sich nur vor, "dass ein Konzil jezuweilen geiirt habe und jezuweilen irren könne, vornehmlich in dem, was nicht Sache des Glauben sei, und dass ein Konzil nicht Macht habe, neue Glaubensartikel aufzurichten". (eck06#39            Som forhandlingerne videre skred frem syntes han på et tidspunkt (den 7. juli) ved en lejlighed at gøre en indrømmelse, som igen satte spørgsmålstegn ved betydningen af sætningen om koncilerne. Efter at Eck nemlig havde foreholdt ham, at den i Herrens navn forsamlede kirke i kraft af den nytestamentlige forjættelse om guddommelig ånd og lys måtte være enig, at som følge deraf alle koncilernes beslutninger i trossager måtte være sikre nok, og at et koncil, der kunne tage fejl helt ville miste karakteren af en kristen kirkeforsamling, osv, erklærede Luther sig enig med ham i, at man "på enhver måde burde antage de beslutninger, der blev truffet på et koncil angående det, der hørte troen til", og forbeholdt sig kun, at "et koncil af og til har fejlet og af og til kan fejle, især i det, der ikke er trossager, og at et koncil ikke har nogen magt til at oprette nye trosartikler". 
 100 Doch was sollte hiermit gesagt sein? Luthers Meinung war wohl, dass Gott wenigstens in Sachen, die wirklich der Seligkeit halber Gegenstand des Glaubens aller Christen werden müssen, ein Konzil nicht leicht werde zu Fall kommen lassen. Auch dies aber wurde forott wieder zweifelhaft durch die Worte seines Vorbehaltens: denn indem er hier die Irrtumsfähigkeit der Konzilien nur "vornehmlich" auf das, was nicht Glaubenssache sei, bezog, blieb sie daneben doch auch für etwas, was Glaubenssache sei, zugelassen.   Dog, hvad ville han sige hermed? Det var vel Luthers mening, at Gud i hvert fald i sager, som virkelig for salighedens skyld måtte være en trossag for alle kristne, ikke så let ville bringe et koncil til fald. Men selv det blev straks igen gjort tvivlsomt gennem ordene fra hans forbehold: for idet han her siger, at koncilets mulighed for at fejle "især" gælder det, der ikke er trossager, så forbliver fejlmuligheden jo tilstede også i det, der er trossager. 
101 Für den Fall endlich, dass Konzilien etwas, was nach seiner Überzeugung sich aus der heiligen Schrift nicht als "zum Glauben gehörig" rechtfertigen liess, dennoch ihrerseits für einen Bestandteil des christlichen Glaubens erklärten, wollte er ihre Beschlüsse doch keineswegs annehmen. Nach wie vor erklärte er, dass etwas, was nicht göttliches Recht ist, durch keinen Konzilsbeschluss göttliches Recht werden könne. (eck07#1) So hat denn auch Eck in jenen Sätzen Luthers keine Rückkehr zum kirchlichen Standpunkt gesehen und ihn nicht bei ihnen festzuhalten gesucht. Und während Eck fortfuhr, für die Ehre und Autorität des Konstanzer Konzils zu eifern, entgegnete Luther wieder einfach und ganz allgemein: der vortreffliche Herr Doktor müsste ihm erst beweisen, dass ein Konzil nicht irren könne, nicht geirrt habe, noch wirklich irre.   Endelig: I det tilfælde, at konciler vil erklære noget, som efter hans overbevisning ikke efter den hellige skrift lader sig retfærdiggøre som "hørende til troen", for en del af den kristelige tro, ville han dog på ingen måde antage deres beslutninger. Som tidligere erklærede han, at hvad der ikke er guddommelig ret, ikke kan gøres til guddommelig ret ved nogen koncilsbeslutning. På den måde har heller ikke Eck i disse sætninger af Luther set nogen tilbagevenden til det kirkelige standpunkt og heller ikke søgt at holde ham fast på det. Og mens Eck fortsatte med at ivre for Konstanzer-koncilets ære og autoritet, svarede Luther igen enkelt og generelt: Den fortræffelige hr. doktor skulle først bevise for ham, at et koncil ikke kunne fejle, ikke havde fejlet, eller ikke i virkelighedens verden fejlede. 
 102       Aber man sieht, die grossen, entscheidenden Erklärungen der Leipziger Disputation sind Luthern nicht leicht geworden. Noch zögerte er, völlig und offen von der allgemein herrschenden kirchlichen Anschauung sich loszureissen, wonach der Besitz der heilbringenden Wahrheit nur dann für die Gläubigen gewährleistet sein sollte, wenn wenigstens in den Konzilien ein untrügliches äusserliches Tribunal für sie bestand. Kaum ist bei einer andern Gelegenheit der äusserliche und zugleich innerliche Kampf, welchen ihn die Feststellung und Klärung jener neuen Grundsätze kostete, so in einem bestimmten Moment an den Tag getreten, wie hier in dieser Disputation. Gerade durch Eck aber ist er nun darin auch recht kräftig weiter gefördert worden.            Men som man ser: de store, afgørende erklæringer i Leipziger-disputationen er ikke faldet Luther let. Endnu tøvede han med at rive sig fuldstændigt og åbent løs fra alment herskende kirkelige anskuelse, hvorefter besiddelsen af den frelsebringende sandhed kun da skulle kunne sikres de troende, når der i hvert fald i koncilerne bestod et ubedragelige ydre tribunal for den. Der er nok ikke nogen anden lejlighed, hvor den ydre og samtidig indre kamp, som fastlæggelsen og afklaringen af disse nye grundsætninger kostede ham, træder for dagen på den måde i et bestemt øjeblik, som her i disputationen. Men netop gennem Eck er han også deri ganske kraftigt blevet tvunget videre. 
 103         Weit nicht mehr dasselbe Interesse erregten die ferneren Gegenstände der Lutherschen Disputation, die Fragen über das Fegfeuer, den Ablass (268) und die Busse. Sie haben auch für uns hier nur untergeordnete Bedeutung. Das bedeutsame bei ihnen lag darin, dass auch von den beiden ersterwähnten Punkten aus die Disputation wieder auf die Frage nach der Autorität kirchlicher Satzungen und Aussprüche zurückkam. 
 104        In Betreff des Fegfeuers sollte darüber verhandelt werden, was in ihm den Seelen widerfahre, während seine Existenz immer noch von Luther zugegeben wurde. Jetzt aber bemerkte dieser, dass ein sicheres stichhaltiges Zeugnis für dasselbe doch in der ganzen heiligen Schrift sich nicht finde, und als er an eine Beweisstelle aus dem zweiten Makkabäerbuch kam, das man in der katholischen Kirche längst den kanonischen alttestamentlichen Schriften beigesellte, erklärte er, dieses Buch gehöre nicht zum Kanon; (eck08#11) die Kirche nehme dasselbe freilich an, aber die Kirche könne einem Buch nicht mehr Autorität geben, als es in sich selbst besitze. (eck08#17) Ebenso wies er wieder die Entscheidung eines Konzil zurück, nämlich des florentinischen, welches, wie Eck ihm vorhielt, allerdings in der heiligen Schrift das Fegfeuer ausdrücklich fand. (eck08#42)
 105          Nicht minder bestritt Luther die kirchlichen Autoritäten, welche Eck für den Ablass geltend machte. Hier gab er wieder zu, dass die Kirche nicht irre in demjenigen, was zum Glauben gehöre und der Seelen Seligkeit betreffe. Aber, sagte er, dazu seien eben die Ablässe nicht zu rechnen. Und weiter sprach er nun aus: es sei trotzdem möglich, dass einmal sogar der grössere Teil der Geistlichkeit in Irrtum verfalle; genug, wenn nur nicht die ganze Kirche hinsichtlich jener Heilswahrheiten des Lichtes verlustig gehe. (eck10#21
 106          Hinsichtlich dieser weiteren Streitpunkte übrigens und besonders hinsichtlich des Ablasses sprach sich jetzt Eck selbst so vorsichtig und gemässigt aus, dass es schon um deswillen zu keinem lebhaften Kampfe mehr kam. 
 107        Die Disputation zwischen Luther und Eck währte so bis zum 14. Juli. Dann trat noch einmal Carlstadt ein mit weiteren Thesen über das Verhältnis, in welchem Gottes Gnade und der menschliche Wille, die guten Werke des Christen und die ihm immer noch anhaftende Sünde zu einander stehen. Man eilte aber zum Schlusse, -- hauptsächlich auch aus dem Grunde, weil der Herzog in Leipzig einen fürstlichen Besuch erwartete, dem er entgegenreisen und den er im dortigen Schlosse bewirten wollte.  Am 15. oder (nach andern) 16. Juli schloss der Leipziger Lehrer Lange die Disputation mit einer Abschiedsrede, in welcher jeder der Kämpfer sein Lob erhielt, eine Erwähnung der Streitpunkte jedoch vermieden wurde. Luther war (wenigstens nach Angabe eines der Augenzeugen) schon vor derselben abgereist. 
 108        In betreff des Schiedsgerichts, welchem die Akten der Disputation vorzulegen seien, hatte man schliesslich noch vereinbart, dass die Universitäten Erfurt und Paris darum angegangen werden. Eck machte jedoch zur Bedingung, dass in Erfurt die Theologen vom Augustinerorden nicht mitstimmen dürfen. Luther verlangte hiergegen Ausschluss der Dominikaner und Franziskaner; und weiter stellte er -- getreu dem Satze, welchen er in der Disputation hinsichtlich des Urteils von Laienchristen vorgebracht hatte -- die Forderung auf, dass auch die nichttheologischen Mitglieder der Universitäten ihre Stimme abgeben sollten. Die Entscheidung hierüber wurde endlich dem Herzog anheimgegeben und dieser entschied gegen Luther. 
 109        Nach dem Schluss der Disputation blieb Eck noch neun Tage in Leipzig und vergnügte sich unter seinen dortigen Freunden und an allerhand sinnlichen Genüssen, welche ihm die Stadt darbot; seine übergrosse Empfänglichkeit für dergleichen war bekannt. -- Von einer Gemeinschaft mit den Wittenbergern hatten die Leipziger Kollegen mit wenigen Ausnahmen sich bis zu Ende geflissentlich und auffallend zurückgezogen. Nur ein Gastgeschenk von Wein liessen sie ihnen, wie die Sitte es forderte, zukommen. 
 110         Auch Herzog Georg hatte den Eck sichtlich bevorzugt, jedoch nicht unterlassen, auch die beiden andern Disputanten zur Tafel zu laden. Dem Luther machte er über seine Schriften verschiedene Vorhalte, doch meinte dieser von ihm, er liesse wohl Gutes erwarten, wenn er nicht bösen fremden Einflüssen sich öffnete. 
 111         Luther schrieb in betreff der ganzen Behandlung, welche ihm sowohl von Eck als von den Vorstehern der Disputation und andern Leipzigern zu teil geworden war, nach seiner Heimkehr an Spalatin: er habe noch nie eine so unverschämte Gehässigkeit wie dort erfahren; und über den Erfolg der Disputation: Eck und die Leipziger haben nicht die Wahrheit, sondern Ruhm für sich gesucht, und es sei daher kein Wunder, wenn die Disputation schlecht angefangen und noch schlechter geendet habe. 
 Videre til Koestlin3,8

Noter:

n248:  Zu Vorbereitung und äusserem Verlauf der Disputation: Seidemann, d. Leipziger Disputation; Albert, Ztsch f. h. Th. 1873 S. 382ff. Schriftstücke u. s. w.: in Löscher 3. Op. 3.
n248a:  Br 1,170. 216. 371. Op. 3,6. Jäger, Carlstadt 19.
n249:  Br 1, 216ff. 262. 254, Jäger 22.
n250:  Br 1,249ff; Datum: Seidem. a. a. O. 28 Jäger 20. Löscher 3,283f.
n250a:  Op. 3, 4sqq. 11sqq. Der älteste Druck ist wohl einer auf der Univers.-Bibliothen zu Halle befindlicher: Die "Disput" etc. (mit Überschrift: Frater Mart. Luth. etc) und die Thesen auf Einer grossen Folioseite in zwei Spalten, offenbar zum Anschlag bestimmt.
n251:  Löscher 3, 27ff. Br 1, 205f. 218ff. (zum Datum v. Br. 1, 280f vgl Seid. Br. 7.Plitt. a. a. O. 39 Anm. Die Data sind hier überhaupt unsicher und bedürfen weiterer Untersuchung.
n251a:  Op. 2, 294sqq. (v. J. 1519: vgl. p. 295 die Beziehung auf jene 13. These).
n253:  Br 6,13. 1,217f. 222. 230. 239. 243.
n253a:  Br 1, 254. 260f. Unrichtig vermutet Ranke 1, 278, Luther habe mit jenen letzten vier Jahrhuderten die Zeit Gregors VII. gemeint. Vgl. Schlottmann, Erasmus rediviv. 1883. p. 210.
n253b:  Br. 1, 282. Op. 3, 293sqq.
n255:  Br 1, 236. 256.
n256:  Seidem. a. a. O. -- Br 6,10. 15f. vgl. 1, 255. 282.
n256a:  Br 1, 282.
n257.  Fröschel "vom Königreich Jesu u. s. w.", Wittenb. 1566, vgl. Seidem. 40 Stschr f. h. Th. 1872 S. 514. Seidem. im Sächs. Kirchen- und Schulblatt 1873 S. 54f. Löscher 3, 277. Akten der Disput. Op. 3, Löscher 3. -- Br 1, 284ff. 290ff. 307ff. -- Zu dem Gespräch mit Emser oben S. 258: EA 27,207.
n257a:  C. 2. 32. 3,174.
n261:  EA 15,435ff (vgl. S. 439 zum Ton der Predigt).
n270:

Mine kommentarer:
k95: Jeg har undret mig en del over, at så at sige alle de steder, hvor disputationen med Eck omtales, gøres der et stort nummer ud af, at Luther dèr hævder, at også konciler kan fare vild. Enten hedder det, at Eck med sin store disputationssnilde skummelt lokkede Luther til at sige noget mere, end han egentlig ville stå ved, eller det hedder som her, at Luther for sent blev klar over rækkevidden af sine ord.
    Hvor kom mon denne opfattelse af disputationen fra? Ja, det ser ud til, at den godt kan være kommet fra Köstlin. Men efter min bedste overbevisning er den forkert. Der er intet i Luthers ord og reaktioner under disputationen, der tyder på, at han ikke var klar over rækkevidden i det, han sagde.
    Det er ganske vist sandt, at Luther farer op og -- imod disputationsspillereglerne -- afbryder Eck på et sted, der kan have forbindelse med ovenstående sag. (eck04#41f) Og det kan da også godt være, at nogle af tilhørerne, deriblandt hertug Georg, har ment, at Luther faktisk med sine ord nedbrød Konstanzer-koncilets autoritet (og det er jo denne påstand, Luther protesterer imod). Det vil sige, disse tilhørere giver Eck ret, når han påstår, at det rent faktisk er, hvad Luther gør ved at hævde, at nogle af de på koncilet fordømte sætninger er højst kristelige. Når Luther protesterer, skyldes det altså, at han ikke mener, at han nedbryder koncilets autoritet.
    Det forklarer han dagen efter. Mest afgørende er det nok, at han tager de sætninger frem, der er tale om (eck05#31). Om to af dem kan han påvise, at de er taget fra Augustins fortolkning af Johannesevangeliet. Og om de tre, han nævner dèr, udtrykker han den formodning, at dem vil nok hr Johannes Eck bekende sammen med ham. (eck05#33).
    Så burde nok Luther have gjort sig nogle tanker og måske endda nogle undersøgelser over, hvorfor Konstanzerkoncilet fordømmer sådanne højst kristelige sætninger; hvad fik dem til det? hvilken sammenhæng indgik de i hos Huss, osv? Det gjorde han ikke. Han nøjes med at læse og bedømme uden bortforklaringer. Det er jo i det hele taget, hvad han gør, også overfor skriften. Og derfor har Köstlin ikke ret, når han om begge de to kombattanter hævder, at de udlægger skriften ud fra kirkefædrene, uden at tage hensyn til, hvad skriften selv siger. Det at spørge direkte ind til skriften er jo netop noget, vi har lært af Luther.
    Men altså, Luther spørger ikke efter, hvad der kan have fået Konstanzerkoncilet til at fordømme disse højst kristelige sætninger. Men han prøver dog at finde en forklaring. Ja, han finder endda hele to. Den ene går ud på, at ordene er indføjet af en senere forfalsker. (eck05#36) Den anden gør opmærksom på, at koncilet anvender den sædvanlige, men så sandelig også meget upræcise fordømmelsesformel (den blev også anvendt imod Luther selv), der blot opregner en række artikler og kalder dem letsindige, skismatiske, stødende for fromme ører, kætterske, uden at gøre rede for, hvilke sætninger der er hvad. Måske har koncilet ikke ønsket at kætterdømme disse sætninger, men blot at kalde dem letsindige. Det lader sig, efter koncilets egne ord, ikke afgøre. (eck05#38)