Von den neuen Eckischen Bullen


und Lügen, 1520. Erlangerudgaven, bind 24, side 14-

Oversætterens forord.
 
 
 
1   Von den neuen Eckischen Bullen und Lügen. 
2 A      Dass Doctor Eck von Rom sei kommen, wird mir durch viele tapfere Anzeigen bekundigt, unter wilchen das stärkist ist das, ob er wohl vorhin in Bayern, Schwaben, Osterreich, Rhein, Rom, Bononien, und auch nu in Meissen und Sachsen ein solcher falscher Mensch erkennet und berufen ist, der allis leugt und treugt, uwas er redt, schreibet und thut, wie ihm das sein Canonici indocti,  und Eccius dedolatus, daneben viel tapfer Leut erweiset haben;
3  so hat er doch nu wollt beweisen sein redliche Romfahrt, und ihm furgenummen, sich selbs mit Lugen ubirwinden. Denn solch Leut gibt itzt zu Rom, und kein ander. 
4          Zum ersten schreibt er: Ich mackel das Sacrament der Tauf, dass ich sage, es nehme nit alle Sund abe, und wolle nit die Kinder lassen damit begiessen. Da sagt Doctor Eck das Seine. Es findt sich in meinem Buch anders; da beruf ich mich auf. Ich muss lügen lassen, wers nit lassen will. 
5         Zum andern schreibt Doctor Eck mehr, dass ich die Reu vornichte und unnothig achte, die Beichte beschneide, und Gnugthuung vorwerf. Das erdichtet er auf mich; denn mein Bucher sagen anders. 
6         Zum dritten schreibt Doctor Eck, dass ich vorwirfe Bereitung zum Sacrament mit Beten und Fasten. Das ist nit also; sondern ich lehre, sie sein nit gnug: dass aber auch beider Gestalt den Laien zu geben, und Christus Fleisch und Blut unter dem nataurlichen Brod und Wein glauben, ketzerisch sei, da sagt er das Seine; denn er weiss es anders. 
7         Der Art ists auch, dass ich lehren soll, es sei gnugsam, dass der Sunder von Sunden lass, ob er schon nit Reu habe. Merk, lieber Mensch, was sollt ein solcher (E16) Lugener Gutis furhaben, der so unvorschampt wider offentliche Bucher dar frei auf mich so giftig lügen?
8       Darnach gibt er mir Schuld, ich mach ein Aufruhr, und den Adel wider den Papst errege, und zeugt mein Schrift dahin, als hätt ich gesagt: Der Adel sollt nicht an den Stiften und geistlichen Gutern ubirkommen. Siehe da, du frummer Mann Doctor Eck, ich klag eben dasselb in meinem Buchlin, dass die Guter der Kirchen, die der Adel den Seinen zu gut gestift hat, durch die romischen Buben werden vorschlunden, und dem deutschen Adel also das Brod aus dem Maul werde entzogen: so spricht mein Eck, ich woll nit, dass den Adel werden sol. Dank hab, du frummer Romanist. 
9       Er schilt auch meine Hoffart, dass ich mich erhebe ubir die heiligen Lehrer und Concilia. Dass ich hoffärtig und mit mehr Lastern sei beladen, weiss ich nit zu vorfechten; ich hab mich mener Heilickeit in keinem Stuck ja berumbt. 
10 Ist Doctor Eck so demuthig und heilig, als er forgibt, idermann zu tadlen am Leben, lass ich geschehen. Wir handeln nit von Leben, sondern von Lehren. Lehre bleibt wol recht in einem, obschon sein Leben bos ist. So ist bose Lehre tausendmal schädlicher, denn bos Leben. 
11 Derselben Lehre halben thue ich, was ich thu, und sag, dass Doctor Eck abermal der Wahrheit sparet. Ich erhebe mich nit ubir die Doctores und Concilia; ich erhebe Christum ubir alle Lehrer und Concilia. Und wo ich desselben einen klaren Spruch hätt, will ich auch ubir alle engel heben, wie Paulus thut Gal. 1,8. Darumb thut mirs und St. Pauel nit wehe, dass hierinne der lugenhaftig Mund, ein Feind der Wahrheit, uns beide Ketzer straft. 
12       Er zeucht herfur, ich hab gelogen, da ich geschrieben: wir haben ihm nit angeboten die Disputation (exurge#70?). Das ist auch nit also, und allis, was er in demselben irrigen Buchlin schreibt; wiewohl das hie zur Sach nit dienet, und sein Muthwill nur Ursach zu lügen allenthalben sucht. Ich wollt ihr auch wol finden auf ihm mit wenig Suchen. (17)
13      Dass ich päpstlichen Pracht hab angegriffen, thut meinem Herrn Doctor wehe, und schreibt viel, wie der Papst so schlecht sich halt in der Kammer und daheimen, gerad als hätt ich gesagt, er fuhret seinen Pracht alle Augenblick. Warum sagt er nit auch, dass er nackt im Bett und Bad ist? O du kaltes Entschuldigen, und dolpischs Heuchlen.
14 Ich hab von vier tausend Maulen geredt; wie wenn ich gesagt hätt, dass etlich achten, es sein ums Papst willen zu Rom täglich mehr dann zwenzig tausend Maulpferd? 
15 Lieber Eck, mich ficht nit an, wie viel oder wenig der Papst prange. Lustet es ihn, er halte hundert tausend Maulpferd. Hie solltist du mich strafen, dass ich klag, dass solch Pracht ubir unser Stift, Adel und arm Leut gaht. Hie solltist du den Papst entschuldigen, auf der Strass bleiben, nit meine Wort ziehen, wo dich dein Frevel lehret ziehen. Du bist falsch im Herzen.
16       Dass ich das Sacrament der Weihung nit halte, wie sie es halten, hab ich gnug bewährter Ursach zu; und Eck sampt allen Romanisten sollen mir nit wehren, dass alle getaufte Menschen Pfaffen sein. Du weissist, dass die Schrift so lehret 1. Petr. 2,9 noch kannst du dein Lugen und gottlich Wahrheit strafen nit lassen. 
17       Dass ich nit gerne sehe die Ketzer vorbrennen, spricht er, ich furcht der Haut. Ei warumb kreucht denn der freie Held itzt ins Kloster zu Leipzk, der sich fur niemand, auch fur allen Teufeln nit zu furchten, beruhmt mit Schriften und Schreien? 
18 Ich halt, dass Ketzer vorbrennen daher kumm, dass sie furchten, sie kunnten sie mit Schriften nit ubirwinden; gleichwie die Papisten zu Rom, wenn sie nit mugen der Wahrheit widerstahn, wurgen sie die Leut, und mit dem Tod solviren sie alle Argument. Ein solcher Vorfechter der Wahrheit wäre mein Doctor Eck auch gerne. 
19       Weiter schreibst du frummer Mann, ich wolle den Friedbrechern und Mordern Raum machen, da ich gelehret hab, ein Christenmensch soll sich nit wehren, noch sein genummen Gut wiederholen. Warumb strafist du nit Christum, der dasselb gelehret hat? (Matt 5,39f) Warum klagist (E18) du dann, ich erreg den Adel und Schwert wider den Papst und Geistlichkeit? 
20 Warum schreibst du nit nuchtern deine Buchle? Wenn dich mit deiner Bulle ein Landsherr hätt ins Wasser oder Kerker worfen, wollt ich sagen, er hätt dir recht than. Wie dunkt dich nu? Hab ich nit offentlich gnug in meinem Buchlin gesagt, dass weltlich Schwert schuldig sei, Bose zu strafen und Frumme zu schutzen?
21 Geht doch das ganz Buchlin danih aus, dass dichs auch gleich vordreussit; noch bist du so blind und fichsts nit. Nichts desteweniger soll ein iglicher leiden Gewalt und Unrecht. Die Ubirkeit soll aber drauf wachen, dass niemand Unrecht geschehe; und ob niemand klage, soll sie doch wehren, wo sie kann, sieht und weiss. Wiewohl den Unvollkummen St. Paulus 2. Cor. 6, zulässit, dass sie klagen; aber er lobet es nit, ja strafts fast seher. 
22 c      Du weissist, mein lieber Romanist, dass du in der heiligen Schrift eben so viel kannst, als der Esel auf der Lyren; du vormochtist nit drei Zeilen christlich auslegen, und gibst fur, idermann zu richten, lehren und tadlen. Ruhmist dazu und schreibst in alle Welt, du kunntist allis auswendig, und gebrauchst keiner Bucher. 
23 Du dorftist des Ruhmis nit; man sieht es mehr, dann du glaubst, dass du allis ahn Bucher schreibst und lehrist. Wenn du die Augen so fleissig in die Nucher kehrtest, als due si auf die venereas Veneres zu Leipzk  hastest, davon du schreibst gen Ingolstadt, und der Trunke dich mässigist, so mochst du zuletzt erkennen dein falsch, ungelehret Herz, Mund und Feder. 
24 Ich hofft, es sollt dir auch besser sein, du hättist ein Eheweib, denn ein solch beruhmt keusch Leben; wiewohl du mich vorspricht, dass ich solchen elenden, gefallen Priester die Ehe gerathen habe, die ihn ihr romischen Tyrannen und Seelmorder genommen habt, wider Gott und Recht, und noch furhaltet, zu grossem Vorderben der Seelen. 
25         Und wenn du nit neulich von Rom kummen wärest, wie kunntest du so unvorschampt schreiben, dass du glaubist, ich habe predigt: frumme Ehleut mogen nit selig werden, dann sie fielen durch ihre Frummkeit in Hoffart. (E19). Horist du es, lieber Eck, willt du je Lugen gnug von meinen Predigten horen, frag den Raben zu Leipzk, und Barfussen Observanten neben ihm, und alle, die durch ihn reden und schreiben, so wird das Topfen sein wie die Suppen. 
26      Du weissist auch, dass Ablass kein Nutz, und der Bann als ein Straf, mit Lieb aufzunehmen sein; noch muss dein Mund anders reden, denn du gedenkst. Also thätest du zu Leipzk auch mit Doctor Carlstad, da ich dich  zum ersten lehret erkennen. 
27      Du schreibest auch, dass ich dem Papst gehorsam zu sein vorwirfe: so ich so vielmal gelehret, auch bosen Prälaten, ja dem Turken gehorsam zu sein. So hab ich dieses Papsts Person noch nie dann mit Ehren gedacht; sondern ingemein von bosen Päpsten und schädlichem Papstthum geredt. Aber dein Art soll also mein Wort vorkehren. 
28       Es wundert mich, dass du dich nit schämist in dein Herz, dass du mir aufruckist, wie ich wollt gern kein Bettelorden sein. So blind und toll macht dich dein falscher Hass, dass du das in alle Welt schreibst fur ein Ketzerei, so du doch wohl weissist, dass sichs anders hält, und idermann das Bettelen nit fur gut hat, auch die Bettelmunch selb. Du elender Mensch, wolltist gerne auf mich laden die Bettelorden. 
29        Dass ich wider die Turken kriegen vorwirf, bis dass wir vorhin frumm werden, und darnach mit Gottisfurcht an sie ziehen, soll mir niemand ubel auslegen, denn D. Eck, dem kein Lieb noch Lust zur Wahrheit im Herzen ist. 
30 Ich sag auch noch, der Adel sollt mit dem Schwert drein schlahen zu Rom, in alle, die es mit Sylvester halten, der do sagt dass die Schrift sei unter dem Papst, und der Papst soll ungestraf bleiben, ob er gleich die Welt gar zum Teufel fuhret.
31 Solch Lehre und Spruch horist du ehrbar Christenmann gern, die sein dir nit ketzrisch, da schreibst du nichts wider. Ich muss dir aber einer sein, dass ich dir und deines Gleichen widersprech in solchen teufelischen Lehren. 
32        Ich hab auch Fasten frei gemacht. Das hat St. Paul (20) than und nit ich. Aber was ist Wunder, dass du mich anleugist und schähist, wenn du St. Paul und Christum lästerist; und bist dennoch ein ehrber, frumm Christenmann. 
33       O wie wehmuthig bist du armer Mensch, wie suchst du hin und her, deinem Neidhart zu helfen. Sprichst: ich woll nit leiden die Scholasticos, sondern die Ecclesiasticos; wiederumb woll ich die Ecclesiasticos auch nit leiden, itzt den Papst, itzt nit den Papst, itzt Concilia, itzt nit Concilia; sondern wolle nur mit der Schrift gehandelt haben. 
34 Ich bitte dich umb Gottis willen, mein lieber Eck, was ist dir doch mit solchen offentlichen Lugen beholfen, da du wohl weisist, dass anders stehe? Meinist du, dass ich mich fur deinen Lugen furchten werde? Oder hältist du es dafur, dass es Bestand haben kunnte, ob du ein Stuck von dem einfältigen Volk mit deinen Lugen betreugist, dir ein Geschrei, mir ein Schmach zurichst?
35        Du hast vor diesem Jahr zu Leipzk in der Disputation auch allis mit Lügen und Trugen getrieben, wie du wohl weissist, und deinen Ruhm gesucht, auch erlangt; wo ist sie blieben?
36 Du siehst, dass Gott, der die Wahrheit ist, wider deine Lugen strebt; noch horest du nit auf, mit Lugen wider ihn zu sturmen. Es erbarmt mich dein, und bitt, lass gnug gelogen sein, mein Eck, dass dich Gott zuletzt nit ein anders sehen lasse. Du kannst mir nit schaden, thu, was du willt, dieweil du mit Lugen umgahst. 
37       Es muss neben dir ganz Leipzk mir Gezeugnis geben, dass ich mich allzeit auf die Schrift berufen habe; nit die Doctores vorleugnet in allen Stucken, sondern dieweil sie zuweilen geirret haben, wollt und will ich sie nit in allen Stucken halten, und wo ich einen klaren Spruch der Schrift hätte, da wollt ich allein wider sie alle stehen, so sie anders schrieben.
38 Die sein mein Wort gewesen, wie du nit leugnen kannst; noch schreibst du und schreiest in alle Welt: ich woll alle Doctores vorwerfen, und allein auf meinem Sinn stehen, ohn alle Schrift und Spruch, und machst aus der Particular ein Universal. Dazu frag dein Gewissen, wie ehrbar und redlich (E21) du hierin handlist. Furchst du dich nit zum wenigsten fur etlichen Leipzischen Ohren?
39         Auch schämist du dich nit, mir Schuld zu geben, ich wolle allein ob der heiligen Schrift halten. Wie kannst du dich selb hoher schmähen, dann dass du, Doctor der heiligen Schrift, nit allein dich deines Handwerks, Amts und Titels schämist oder furchtist: sondern mir das fur ein Tadel zumissist. dass ich in die heiligen Schrift will. 
40 Ja, ich weiss, wo dich der Schuh druckt. Du kannst nichts in der heiligen Schrift, das weiss ich; und heissist doch Doctor der heiligen Schrift, und furchtest deiner Ehre. Darumb spielst du mit vielen der Lehrer Namen, dass man dein in der Schrift Unwissenheit nit merken soll; dennoch soll dichs nit helfen. 
41 Du, Papst, Doctores, Concilia, Menschen, Engel und Teufel, sollet und mussit in die Schrift, und dasselb Urtheil empfangen; des und kein andirs. Wolltist du mir die heilige Schrift also in den Wind schlahen, und die Doctores nit durch sie richten lassen? Noch nit, lieber Eck. Siehe da, hieraus kannst du merken mein Unbeständickeit, wie ich itzt Doctores, itzt nit Doctores, itzt Papst, itzt nit Papst horen will. 
42 Ich will die Schrift haben aufs allerbeständigst und zum ersten, darnach allies ander nehmen und lassen, was mich die Schrift lehret, es hab geschrieben, wer do woll; ich will keinen Meister haben, denn nur einen, der heisset Christus im Himmel, wie er uns allen geboten hat, alle andere will ich fur Mitschuler halten. 
43        Darnach, was du von den Seelen im Fegfeur und Jahrtagen lallest, lass ich fahren; man weiss wohl in aller Welt, was ich davon halt, es darf deinen Lugen und Bosheit nichts. Ob aber ich ungeduldiger sei gewesen, denn du, Emser, Prieras und deine Gesellen, lass ich die Leser unser Bucher urtheilen. 
44 Ruhm du dich fast, ich gann dirs wohl. Ecciana modestia, was das heiss, weisst du wohl. Ich ruhme mich keiner Tugend; ich ruhme mich der heiligen Schrift Warheit, da du fur fleugst, wie der Teufel fur dem kreuz, und fallist davon zu disputieren auf mein boses Leben, darinn ich bald bin concludiert; wiewohl mich fur den Menschen, das ich nit (22) acht, niemand, Gott Lob, mag tadelen. Ich hoff, du solltist auch nit lang inclusibilis darinnen sein, wenn du anders nit lügen wolltist, wie du pflegst. 
45       Zuletzt kommt er auf das Costnitzer Concilium, und lästert einher, als ein rechter Romanist, neulich kummen; spricht: Es sei dem Johanni Huss und Hieronymo das Geleit und Eid nit brochen etc. Dieweil denn meinem lieben Herrn so kutzel ist, will ich mein Maul recht aufthun von dem Costnitzer Concilio, und sag:        Til sidst kommer ham ind på koncilet i Konstanz og spotter som en rigtig nyankommen romanist, idet han siger: Det frie lejde og eden overfor Johan Huss og Hieronymus blev ikke brudt, osv. Eftersom da det er så prekært (?) for mine kære herrer, vil jeg ret lukke munden op om Konstanzer koncilet og sige: 
46        Zum ersten, dass ich leider zu Leipzk in der Disputation nit hatte gelesen Johann Huss, ich wollt sonst nit etlich, sondern alle Artikel zu Costnitz vordampt gehalten haben; wie ich sie denn noch itzt halte, nachdem ich desselben Johann Huss hochvorständigen edles christlich Buchlin, dessgleichen in vier hundert Jahren nit ist geschrieben, hab gelesen, wilchs auch nu durch gottlichen Rath in Druck ausgangen, die Wahrheit zu bezeugen, und alle die in offentliche Schanden zu setzen, die es vordampt haben.         For det første, at jeg desværre i Leipzig ved disputationen ikke havde læst Johan Huss, ellers ville jeg ikke have nøjedes med at regne nogle af artiklerne fra Konstanz, men dem alle for fordømte. Det regner jeg dem for nu, efter at jeg har læst Johan Huss' dybsindige, ædle, kristelige bog, hvis lige ikke er skrevet i fire hundrede år. Den er nu også ved guddommelig førelse udkommet på tryk for at bevidne sandheden og for at sætte alle dem, der har fordømt den, offentligt i gabestokken. 
47       Es sein nit Johannis Huss Artikel, sondern Christi, Pauli, Augustini, aufs allerstärkist gegrundt, und unwiderstosslich bewähret, wie das alle mussen bekennen, die dasselb lesen. Ach wollt Gott! ich wäre sein würdig, auch um solcher Artikel willen vorbrennt, zurissen, zutrieben werden, aufs allerschmählichst, wie es Doct. Lugener selbs erdenken kunnt, und das mirs tausend Hälse kostet, sie mussten all heran.         Det er ikke Johan Huss' artikler, det er Kristi artikler, Paulus' og Augustins, og de er begrunder på det allerstærkeste og bevist uigendriveligt, sådan som alle de, der har læst dem, må bekende. Ak, Gud give, at jeg kunne være værdig i forhold til ham, til også for sådanne artiklers skyld at blive brændt, revet og drevet i stykker på det allerskændigste, som Dokter Løgner selv kunne udtænke det; om det så skulle koste mig livet tusind gange, det skulle frem altsammen. 
48 Nit dass ich damit Johann Huss erhebe und Marterer ausschreien will. Denn ich bin nit so frevel, Heiligen zu erheben, als der Papst mit seinen blinden Papisten. Ich weiss, dass Gott in seinen Gerichten wunderlich und erschrecklich ist, mag wohl lassen jemand rechte Lehre haben und drob erwurgt werden, und doch niemand wissen, was er mit ihm machen will.  Ikke, at jeg dermed vil fremhæve Johan Huss og udskrige ham som martyr. For jeg er ikke så fræk, at jeg kan fremhæve helgener, som paven og hans blinde papister. Jeg véd, at Gud er vidunderlig og forfærdelig i sine domme, han kan vel lade én og anden have den rette lære og blive dræbt derfor, uden at dog nogen véd, hvad han skal stille op med ham. 
49       Darumb sag ich, zur Rettung meins Gewissens, von dem unschuldigen Blut, gegen alle, die solch Artikel vordampt halten, dass sie wissen sollen, wie sie Christum selbs leugnen und vordampnen; und D. Eck, der wohl weiss, dass sie unrechtlich vordampt sein, doch in das Widerfechten kummen, sich schämet das Widerspiel zu singen, wollt ehe alle Welt mit seinen Lugen vorblenden, dass nur sein Ruhm und Ehre bestund, ehe er (E23) die Wahrheit wollt lassen Recht haben.
50 Es ist wohl wahr, dass Johann Huss ehe vorbrannt ist, denn der Papst da ist bestätigt. Dasselb ist eben die Klag, dass die Buben da regiert haben mit ihren Opinion, ehe ein rechte Ordnung des Papstthums geschehen ist. 
51        Er entschuldigt auch den Adel, der, und nit das Concilium, denselben Huss und Hierony sollt vorbrannt haben. Lieber Eck, das ist in meinem Buchlin der hochsten Klagen eine, dass in den neuen conciliis der Papst mit den Seinen krin Freiheit jemand lassen, sondern zuvor mit Eiden vorbinden, dass sie nur mugen setzen und thun, was sie wollen, und ihr Buberei durch den gefangen betrogen Adel ausrichten.
52 Hätte der Kaiser Sigmund und Fursten frei durft handeln, wie er es im Sinn hatte, es sollte Costnitz und Basel wohl viel andere Concilia, und den lugenhaftigen Romanisten ihr ubirmuthige Bosheit wohl gewenigert worden sein. 
53       Drumb leugt D. Eck abermal, dass Costnitz ein frei Concilium gewesen sei; und ich nit unbillig nach einem freien Concilio streb, darinnen nit allein die allerungelehretisten Bischof, und grobisten, tollisten Sophisten, wie zu Costnitz, sondern auch vornunftige, erfahrende Fursten, Adel und Laien mochten mit im Rath sitzen, seint es doch nu dahin kummen ist, dass ehliche Weiber mehr Biblien kunnten und christliche Sache bass vorstahen, dann D. Eck und seine Mitsophisten. 
54 c      Wie ich auch gesagt, dass Johann Huss das christlich Geleit nit gehalten, so ists wahr, und D. Eck selb nit vorstaht, was er anzeigt in dem lateinischen Geleitsbrief. Es ist ihm zugesagt ein christlich Geleit, als die Wort klar ausdrucken, die D. Eck gerne vordecken wollt: Quantum in nobis est, et fides orthodoxa exigit. 
55 Darumb hab ichs ein christlich Geleit genennet, das ist, wie man es in der Schrift findet. Nu weiss man wohl, was christlich gehandelt heiss. Es hat die Christenheit nach nie von solchem recht Geleit gewisst, wie ich in meinem Buchlin weiter hab anzeigt. So hat die Christenheit nu wohl vierzehnhundert Jahren viel Ketzer ubirwunden, und keinen nie (24) vorbrannt, ahn die Papisten zu Costnitz, die christlich Geleit geben, und machen darnach ein menschlich, rechtlich Geleit draus; wilchs mehr ein Schein, dann ein recht Geleit heissit, und unchristlich ist. Die Gerechtickeit, da D. Eck sein recht Geleit auf grundt, wäre dennoch wohl vorortert, dass man drumb das Geleit nit hätt durft brechen. 
56       Warumb vorbrannt St. Augustinus nit die Ketzer in Africa? Warumb nit Hilarius und der heiligen Lehrer viel mehr? sondern waren dawider, dass man sie auch nit am Geld strafet; das waren christliche Weise mit Ketzern umbzugehen, da kam auch Frucht von: was aber hievon kommen sei, weiss man wohl. 
57 Und was ware den blutdurstigen, unsättigen Tyrannen zu Costnitz Noth, dass sie mit dem todten, vorbrannten Johann Huss so gräulich unmenschlich fuhren, und liessen die Erden mit der Aschen so tief ausgraben und in Rhein werfen? Willt du es wissen? Ihr Gewissen forcht sich seiner unrechten Sachen, darumb erfunden sie ein solche wuthend Bilde, die armen Laien zu schrecken, dass die Wahrheit mit Gewalt und Furcht wurd unterdruckt. 
58 Noch hats nit geholfen, noch kummt die Wahrheit herfur, und sollte allen Papisten die Blasen bersten: die Stein werden noch ubir die Hussuschen Morder schreien. Man hat nu hundert Jahr gewehret, und je mehr gewehret wird, je mehr es herfurdringt, dass es offenbar will werden, Hussen Sach sei gottlich, Costnitzer sei teuflich gewesen; die Wahrheit will und mag nit vorborgen bleiben. 
59       Ich habe horen sagen von Andres Proles, unsern Vicario, der ein Mann in deutschen Landen eins grossen Namens und Glaubens gewesen ist, auch von vielen fur heilig gehalten, dass er zur Zeit in unserm einen Kloster an der Wand D. Johann Zachariä, mit einer Rosen auf dem Barett gemalet, angesehen hat und gesagt hab: O weh, ich wollt nit gern die Rosen mit den Ehren tragen. 
60 Ist er darauf von einem Tappern seiner Väter gefragt, was das bedeut? Hat er also gesagt: Da Johann Huss zu Costnitz hat offentlich disputiert, ist ihm von Johanne Zachariä der Spruch Ezech. 34,11f: (25) Visitabo ego ipse pastores, et non populus meus, furgehalten; hat Johann Huss vorneint, es stund nit drinnen: et non populus meus.
61 Hat Johann Zachariä sich auf Huss eigen Bibel berufen, wilch er zuvor in Johann Huss Herberg heimisch besehen hätt, und ihn doch nit warnet; da die ist kummen, ists also drinnen funden. Und obwohl Johann Huss rief, sie wäre falsch, andere Bibel hätten nit also, denn er hätt eine ahngefähr mit sich genommen, mussts doch nit helfen, und also durch ein falsche Bibel vordampt werden. 
62 Da ward dem Zachariä die Rosen zu Ehren geben, als einem Ubirwinder des Ketzers Johannis Huss. Nu ists wahr, alle Biblien auf diesen Tag in aller Welt haben, wie Johann Huss gesagt, und nit wie Johann Zachariä. Daraus es Schein hat, wie die Sophisten ihrer Sach vorzweifelt, mit aller List und Trügerei umbgangen und nichts am Licht gehandelt haben. 
63 c     So ist das so ganz idermann offinbar, dass es niemand mehr mag widersprechen, wie Johann Huss sei noch nie mit Schriften ubirwunden; als auch etlich Acta selbs schreiben, ist er vordampt worden heimlicher Weis, dass die Junkherrn haben unternander drob berathschlagt, placet, placet, placet, und also ist er durchs placet der ungelahrten Tyrannen hingerichtet, ohn Unterricht, ohn Beweisung, ohn Ubirwindung; 
64 wie ich denn gehort hab von meinem Institutor, Johann Greffenstein, gelehreten und frummen Mann, wilchen ich nit wohl mag nennen, dieweil er todt ist, und ichs zu der Zeit von ihm horet, da ich nach (noch) gar wenig dedacht Priester, schweig Doctor zu werden. 
65       Also ist an vielen Orten deutsches Lands, noch allzeit blieben das Mummeln von Johann Huss, und hat immer zugenummen, bis ich auch drein gefallen, erfunden hab, dass er forwahr ein theur, hocherleucht Mann gewesen ist, den auch noch nit muge ubirwinden zwenzig tausend Ecken auf einen Haufen gesetzt. 
66 Und sein sie gelehret, so lassen sie sich noch sehen, und geben Ursach, warumb Johann Huss vordampt sei. Es ist nit gnug gesagt, das Concilium habs than; man muss Grund (E26) anzeigen, die Widersacher zu schweigen, und uns selb zu befrieden: dieweil es kund ist, ein Concilium mug irren. Trotz hie allen Ecken, Spitzenund Winkeln, und allen Papisten und Romanisten, dass ihr ein Blatt Johann Huss mit Schriften umstosst. 
67       Drumb hättist du, grosser Feind der Wahrheit, dein Feder wohl mogt rugen lassen, und mich auch des meinen warten; oder hättist dieweil dein Buch edendum vel bibendum, aut etiam egerendum de primatu Petri, lassen an Tag kummen, wie lang frissest du dran? Hat dich der Schimpf gerenen? du bist einer unvorschampter Stirn, und sichst, dass dir Gott selb widersteht, dich in alle Schand fuhret,noch willt du nit Witz empfahen. 
68       Ich hor auch sagen, D. Eck hab ein Bullen mit sich von Rom wider mich bracht, die ihm so ähnlich sei, dass sie wohl mocht auch D. Eck heissen, so voll Lugen und Irrthumb sie sein soll; und er geb fur, den Leuten das Maul zu schmieren, sie sollen gläuben, es sei des Papsts Werk, so es sein Lugenspiel ist. Ich lass es allis geschehen, muss des Spiels in Gottis Namen warten; wer weiss was gottlicher Rath beschlossen hat. Es ist auf mich noch nichts gebauen, drumb mag mit mir nichts fallen. 
69      Dass ich aber festiglich gläub, es sei nichts mit irgend einer Bullen, ist die Ursach: zum ersten, denn mein Appellation, an das gemein Concilio gestellet, steht noch unvorruckt, daruber ich dem Papst mit allen den Seinen nichts geständig bin, denn allein guttlichen Handel. 
70 Fähret er aber druber mit Gewalt; wohlan, lass hertraben, dennoch ist er noch nit uber den Berg: und will hiemit fur idermann offentlich bedingt, und dieselbige Appellatio, aufs best es sein soll, vorneuet haben. 
71 c         Zum andern so ist mein Sach, aus meiner willigen Unterlassung, meins gnädigen Herrn, Herzog Friedrich, Churfurst zu Sachsen etc durch Anregen Herr Carol von Miltitz, päpstlicher Botschaft, auf Vorhorung des Hochwürdigsten in Gott Vater, und Herrn Erzbischof zu (E27) Trier vorhaftet, wilchs noch unwiderrufen, mir Glauben macht, der romisch Stuel werd solch zween mächtig Churfursten nit fur Olgotzen achten, oder sie vorgebens bemuhen lassen; wir Deutschen mussten denn immer Narrn bleiben. So mein ich je, ich sei nur ein Mensch, der nit an zweien oder mehr Orten zugleich muge Vorhorung oder urtheil warten. 
72       Zum dritten wer mags begreifen, dass der Papst sollt ubir mich D. Ecken Befehl thun, der seines feindlichen, offentlichen Hassis gegen mir selb kein Maass weiss, so doch in allen Sachen nit die Parteien selb, sonder unvordächtig Leut handeln sollen: wie das die Natur und alle Recht geben? Darum zu vormuthen, er lüg, trüg, dichte und zurichte allis, was ihm seinboser Hass mag angeben. 
73       Zum vierten will ich von allen bullen, wo und wenn sie kummen, unvorbunden sein, ich sehe dann die rechte Häuptbullen, lass mich die Abschriften und Copeien nit anfechten; und das aus den Ursachen: ich hab gesehen die Ablassbullen, dawider ich anfänglich in dieser Sach gehandelt, und merklich Gebrechen und Feil drin gefunden, dazu etlich vorständiger, denn ich 18 Gebrechen in derselben einigen Bullen gesehen.
74 So denn einen so grossen Bischof zu Mänz und Magdeburg zu betrügen mit derselben Bullen die romischen Buben sich nit gescheuet haben; was sollten sie nit furnehmen wider mich armen Betteler?
75 c       Uber das, der Cardinal St. Sixti zu Augspurg meinen gnädigsten Herrn, Herzog Friedrich, Churfurst zu Sachsen, mit einem offentlichen, erlogenen, falschen Breve betrog; wie ich das an Tag geben hab in Actis Augustenis. So denn den romischen Buben solch grosse Herrn in deutschen Landen mussen Narren und Affen sein durch ihre falsche Briefe; warumb sollt ich gläuben, dass sie durch D. Ecken, der sich selb in seinen Worten und Schreiben einen landruchtigen Erzlugener eroffnet hat, redlich mit mir handele furnehmen?
76 Ja es, ist so gemein worden, mit falschen (E28) Briefen aus Rom handthieren, dass gar selten einer rechtschaffen erfunden wird. 
77 c      Drumb will ich der Bullen Blei, Wachs, Schnur, Signatur, Clausel und allis mit augen sehen, oder nit ein Haar breit geben auf alle andere Geplerre. 
78 Es darf auch niemand klagen, er muge nit sicher zu Wittenberg kummen oder wandeln; wir haben so einen frummen, redlichen Landsfursten und Amtleut, dass die Entschuldigund kein Behelf mag haben, wo man mit Recht handeln will. 
79      Hiemit will ich idermann vorwarnet haben, dass er nit, durch romischen Handel und D. Ecken beschissen, an mir anlauf, und zuvor die Executores, auf dass, so sie sie zuvor vormahnet. 
80 Es muss noch allis viel ein andere Nasen gewinnen, soll es recht hinaus gahen. Gebt aber Gewalt fur, da noch viel mehr zugehoren will, so walt es Gott; ich will es frohlich wagen in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi.Amen. 
81 c
82 c
83 c
84 c
85 c
86 c
87 c
88 c
89 c
90 c

Forord:

Dette er et lidt besynderligt skrift. Luther går ud fra, at det er Eck, der har skrevet pavebullen imod ham. Eller gør han det? Er det noget, han i dette skrift lader som om er tilfældet? Eller er der et andet skrift, han har opmærksomheden henledt på? Eller har han måske hørt om nogle af Ecks indvendinger?
Jeg synes ikke, det er helt let at svare på alle disse spørgsmål.
 

Noter: